Viel Hightech in Retro-Verpackung

Motor / 08.08.2014 • 12:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unverändert kultiges Design, Größenwachstum verbessert das Platzangebot und die Variabilität im Innenraum. Fotos: vn/Steurer
Unverändert kultiges Design, Größenwachstum verbessert das Platzangebot und die Variabilität im Innenraum. Fotos: vn/Steurer

Der neue Mini: kultige Optik, unterm Blech viel Technik, verbesserter Komfort.

Mini. Ein kleiner roter Schalter in der Mittelkonsole gibt dem Vierzylinder-Benziner den Startbefehl. Das 192-PS-Aggregat schiebt den kultigen Kleinwagen im Retro-Look unter mächtigem Getöse an. Schon die ersten leichten Eingriffe ins Lenkrad verraten, dass sich zumindest beim Mini-typischen Gokart-Feeling nichts verändert hat. Der neue Mini ist wie der alte – nur eben in fast allen Belangen verbessert.

Die Designer haben den Erfolgs-Look nur dezent weiterentwickelt. So ist der neue Mini ist auf den ersten Blick als das bekannte Kult-Modell erkennbar. Auch das Format ist geblieben, wenn auch in alle Richtungen ein paar Millimeter dazugekommen sind. Die Folgen: Die Neuauflage bietet ein verbessertes Raumgefühl. Auch die Variabilität im Fahrzeuginneren ist deutlich optimiert. Naja, sonderlich gut war sie ja bisher nicht. Wie auch die Qualitätsanmutung, die beim Vorgänger nur mit viel Phantasie einen Premium-Vertreter erahnen ließ. Die Fortschritte sind jetzt zwar deutlich erkennbar, Maßstäbe setzt aber auch der neue Mini im Premium-Kleinwagen-Segment keine. Beim Fahrspaß schon. Das hat der Zwerg im BMW-Stall immer schon getan. Jetzt hilft jede Menge Hightech, die Gokart-Freude noch emotionaler und gleichzeitig sicherer zu erleben.

Viele clevere Helfer

Deutlich ausgebaut wurde das Angebot an Fahrerassistenzsystemen. Ein Head-Up-Display projiziert Infos auf die Straße, eine Rückfahrkamera und ein Parkassistent helfen im Parkhaus und eine Auffahr- und Personenwarnung sorgt für mehr Sicherheit. Leider arbeitete das kamerabasierte System im VN-Test nicht ganz fehlerfrei. Und wenn ein Auto in einem Tunnel plötzlich verzögert, weil es eine Gefahr vermutet, die es aber gar nicht gibt, dann würde man auf diese Assistenz lieber verzichten.

Kräftig und sparsam

Sicher überholen kann er aber ganz bestimmt, der Mini Cooper S. 192 PS im abgespeckten Kleinwagen mit der verbesserten Aerodynamik sorgen für mächtig Vortrieb. Von 0 auf 100 beschleunigt der kräftige Mini in nur 6,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 235 km/h. Unterstrichen werden die feinen Fahrleistungen durch einen unverkennbar knackigen Sound, der erst auf langen Strecken zum Spielverderber wird. Im Alltag ist er eher Musik im Ohr des Fahrers. Für Mini-Fans ist das Fahrfreude zum Lauschen. Mit einem Normverbrauch von nur 5,7 Litern (6,9 im VN-Test) kommt selbst an der Tankstelle noch Freude auf.

Das trifft allerdings weniger auf die Preise zu. Selbst der Einstieg ist bei allem Premium-Anspruch mit über 18.000 Euro happig. Für das gut ausgestattete Testfahrzeug mit dem kräftigen Freudenspender unter der Haube sind gar über 35.000 Euro fällig.

Aber wer schaut bei einem Kult-Auto schon auf die Kosten. Schließlich gibt es als Gegenleistung ein ganz besonderes Auto, das nichts von seinem einstigen Flair verloren hat.

Verbesserte Qualitätsanmutung.
Verbesserte Qualitätsanmutung.
Cooper-S-Heck mit zwei Endrohren.
Cooper-S-Heck mit zwei Endrohren.
Negativ: Hoher Preis und eine im VN-Test fehleranfällige Auffahr- und Personenwarnung.
Negativ: Hoher Preis und eine im VN-Test fehleranfällige Auffahr- und Personenwarnung.
Positiv: Unverändertes Gokart-Feeling trotz verbessertem Komfort. Kult-Auto mit besserer Verarbeitungsqualität.
Positiv: Unverändertes Gokart-Feeling trotz verbessertem Komfort. Kult-Auto mit besserer Verarbeitungsqualität.

Fakten

» Motor/Antrieb: 4-Zylinder-Benziner mit 192 PS Leistung, 300 Nm Drehmoment, Frontantrieb, 6-Gang-Handschaltung

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 6,8 Sek; Spitze bei 235 km/h, Verbrauch 5,8 l (125 g CO2/km); Testverbrauch 6,9 l

» Preis: ab 25.690 Euro, Testwagen: 35.578 Euro.

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