Auf Diät gesetzt: Schlanker Gigant

Motor / 22.05.2015 • 15:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Meister im Abnehmen: Der neue Audi Q7 ist nicht nur äußerlich dezenter als sein Vorgänger, er hat auch 325 Kilo abgebaut. Fotos: Werk
Meister im Abnehmen: Der neue Audi Q7 ist nicht nur äußerlich dezenter als sein Vorgänger, er hat auch 325 Kilo abgebaut. Fotos: Werk

Außen abgespeckt, innen hochgerüstet: Die neuen Qualitäten des Audi Q7.

audi. Der Q7 war 2005 das erste SUV der Allrad-Pioniermarke Audi und vor allem eines: groß. Über fünf Meter lang und bis zu 2,7 Tonnen schwer – ein Ding aus einer anderen Welt oder besser: für eine andere. Dem US-Markt war der Ingolstädter Riese gerade mächtig genug. Kritisch betrachtet hielt das Markenmotto vom Vorsprung durch Technik aber immer nur bis zur nächsten Kurve, gegen die sich die gewaltige Fahrzeugmasse konsequent zu wehren pflegte. Dazu war der erste Q7 auf sehr spezielle Art ein Raumwunder: Obwohl außen riesig, ging es drinnen vergleichweise beengt zu. Dass seine Motorenpalette bis zu V8 und W12 eskalierte, verbesserte seinen Ruf tatsächlich auch nicht.

Aus der Perspektive seines Nachfolgers darf das alles unter Anfängerfehler laufen. Der neue Q7 ist zwar kaum kleiner geworden – 35 Millimeter weniger in der Gesamtlänge können fast als Rundungsdifferenz durchgehen. Er hat aber ordentlich abgenommen: 325 Kilo Gewichtsverlust gegenüber dem gleich motorisierten Vorgänger sind das Ergebnis einer Technologieoffensive unter dem Blech: Aluminium, hochfester Stahl und leichte Legierungen, aufwenig verklebt, genietet und geschweißt. Die nun rund zwei Tonnen Lebendgewicht sind zwar immer noch eine Menge Masse, im Segment der großen SUVs ist der auch siebensitzig erhältliche Q7 damit aber das mit Abstand leichteste Gerät.

Mächtiger Kühlergrill

Das Design wird von der bisher wohl größten Version des Audi-typischen Singleframe-Kühlergrills beherrscht. Davon abgesehen dominieren aber unaufdringliche, glatte Flächen und ausgewogene Proportionen, mit denen der Q7 es schafft, sich äußerlich schlank zu machen.

Im Innenraum herrscht eine moderne, ruhige Atmosphäre mit dezenten Farben und wohnlichen Materialien, dazu strafft das durchgehende Gitterelement auf dem Armaturenbrett den Gesamteindruck. Ergonomisch ist der Q7 hervorragend eingerichtet, Premium-Komfort wie Leder, Touchpad-Steuerung, virtuelles Cockpit oder elektrische Lenkradverstellung müssen aber extra bezahlt werden. Angeboten wird außerdem ein Maximum an Assistenzsystemen, etwa der bis 65 km/h selbstständig agierende Staupilot, der bereits als die letzte Vorstufe zum autonomen Fahren gelten darf. Zum Marktstart im Juni stehen ein drehmomentstarker Diesel und ein drehfreudiger Benziner zur Auswahl, beides Sechszylinder, serienmäßig mit der wahlweise auch über Lenkrad-Wippen bedienbaren Achtgang-Automatik kombiniert. Die gelungene Fahrwerks- und Lenkabstimmung zusammen mit dem neuen Quattro-Mitteldifferenzial verleihen dem Q7 schon überraschend kompakte Handling-Eigenschaften, die sich mit der erstmals in dieser Klasse angebotenen Vierrad-Lenkung noch weiter steigern lassen. Die Auswahl von hochgradigen Optionen lässt den Einstiegspreis von 67.900 Euro allerdings rasch außer Sicht geraten. Angeblich, so meint zumindest Audi, kreuzen SUV-Kunden in den Aufpreislisten großzügiger an als andere.

Zwei Motoren zum Start. Weitere folgen.
Zwei Motoren zum Start. Weitere folgen.
Innen: Klare Linien und gute Ergonomie.
Innen: Klare Linien und gute Ergonomie.

Fakten

Motor/Antrieb: 3-Liter-V6-Diesel mit 272 PS; 3-Liter-V6-Benzin mit 333 PS; Allradantrieb, 8-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Preise: ab 67.900 Euro (Diesel); ab 74.900 Euro (Benziner)
Marktstart: Juni