Eine Marke feilt fleißig am Image

Motor / 27.01.2017 • 13:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
VN-Härtetest auf Eis und Schnee: Toyota hat mit dem GT86 ein echtes Spaßauto im Programm. Fotos: werk
VN-Härtetest auf Eis und Schnee: Toyota hat mit dem GT86 ein echtes Spaßauto im Programm. Fotos: werk

Toyota will nicht mehr nur eine Öko-Marke sein. Autofahren soll auch Spaß machen.

Toyota. Toyota hat viel dafür getan. Kein anderer Großserienhersteller hat einen so guten Ruf, wenn es um die Produktion umweltfreundlicher Autos geht. Der Hybridpionier hat sich in den letzten Jahren ein Öko-Image zugelegt. Die Autos gelten als zuverlässig und sparsam. An puren Fahrspaß denken aber nur die wenigsten. Das soll sich ändern. Denn Konzernlenker Akio Toyoda dreht auch gerne an Sportlenkrädern. Regelmäßig tauscht er seinen Business-Anzug gegen den Rennoverall und drückt auf Rennstrecken kräftig aufs Gas. „Es muss Spaß machen, ein Auto zu fahren“, sagt der 60-Jährige.

Ob das bei jedem der japanischen Spritsparautos der Fall ist? Eher nicht. Das weiß auch Toyoda, der den Autokonzern seit 2009 leitet. Seither rücken Handlingfähigkeiten neuer Modelle immer mehr in den Mittelpunkt. Toyota feilt kräftig am Markenimage. Die Autos sollen begehrenswert sein und ihren Fahrern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Einer, der das zweifelsohne kann, ist der GT86. Der Sportwagen fürs kleine Geld kam 2012 auf den Markt. Mit den kompakten Abmessungen, dem Heckantrieb und einem drehfreudigen Boxer-Saugmotor bietet er ein exzellentes Package für pure Fahrfreude. Auch wenn er kein Bestseller ist, hat er für Toyota eine große Bedeutung. Er ist der Botschafter des neuen, sportlichen Image.

Die Japaner haben den GT86 auf die Rennstrecke geschickt. Die 24 Stunden am Nürburgring wurden dazu genutzt, das Serienfahrzeug weiterzuentwickeln. Jetzt kommt die Neuauflage mit einigen Fahrwerksoptimierungen, die ein besseres Handling versprechen. Auch die Verwindungssteifigkeit der Karosserie wurde erhöht. Und Toyota hat die elektronischen Systeme umfangreich überarbeitet. Das technische Update beinhaltet auch einen neuen Track-Modus. In der Rennstreckeneinstellung lässt sich der nur gut 1200 Kilogramm schwere Sportler am Limit bewegen. Die Eingriffe von ABS und der Antischlupfregelung erfolgen spät. Sehr spät sogar. Ein letztes Sicherheitsnetz bleibt – mehr Fahrhilfe gibt es in diesem Modus allerdings nicht. Kleine Änderungen in Summe, die ihre Wirkung nicht verfehlt haben. Der GT86 präsentiert sich noch agiler. Wie sehr haben die VN bei ersten Testfahrten erlebt. Auf Eis und Schnee und praktisch ständig quer fahrend ist dieser Japaner ein echtes Spaßauto. Alles auf das Wesentliche fokussiert: die klassischen Attribute eines Sportwagens. Die Ingenieure haben ganz offensichtlich verstanden, was ihr motorsportbegeisteter Chef von ihnen wollte. Auch die Designer waren nicht untätig. Im geschärften Outfit lässt der GT86 keine Zweifel an seinen Ambitionen. Die LED-Lichter vorne wie hinten wirken deutlich aggressiver. Innen wurde indes in die Materialanmutung investiert.

In Summe hat Toyota zwar nicht viel am GT86 geändert. Allerdings waren die wenigen Maßnahmen sehr wirkungsvoll. Ja, ihn zu fahren macht echt Spaß, Herr Toyoda!

Drift-Alarm: Querfahren macht richtig Spaß.
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Neues Lenkrad, verbesserte Materialien.
Neues Lenkrad, verbesserte Materialien.

Fakten

Motor/Antrieb: 2-Liter Boxer-Saugmotor mit 200 PS, 205 Nm Drehmoment, 6-Gang-Schaltgetriebe bzw. 6-Gang-Automatik; Heckantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 7,6 Sekunden, Spitze bei 226 km/h (mit 6-Gang-Schaltgetriebe
Preis: ab 33.480 Euro (Schalter, Ausstattung Pure)

Marktstart: Jänner 2017