Wennst den Baum siehst, in den du reinfährst, dann . . .

Motor / 24.02.2017 • 12:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Porsche-Markenbotschafter Walter Röhrl wird 70.
Porsche-Markenbotschafter Walter Röhrl wird 70.

Einfach cool die Sprüche des Walter Röhrl. Ganz besonders im Winter.

Porsche. Im Lungau am österreichischen Kältepol übte sich der Rallye-Doppelweltmeister dieser Tage bei den Kapiteln untersteuern und übersteuern in der Bildkraft der Sprache: „Wennst den Baum siehst, in den du reinfährst, hast untersteuern. Wennst ihn nur hörst, hast übersteuern.“

Im März wird er 70, der vierfache Gewinner der Rallye Monte Carlo. Immer mit einem anderen Auto. Und nur aus sportlicher Fairness gab es Mitte der Achtziger keinen fünften Monte-Triumph. Er wollte nicht vom blamablen Fehler des Kopiloten seines Hauptkonkurrenten Ari Vatanen profitieren. „Silber“ war dem König aller Rallyes gut genug, damals.

Jetzt wird er 70 und sagt immer noch mit Leidenschaft, was er denkt übers sichere schnelle Autofahren. „Für mich ist nicht das Tempo entscheidend, mit dem ich etwas tue, sondern die Perfektion.“

Und manchmal gibt er sein Wissen auch weiter. So beim Porsche-Winterfahrtraining auf dem froststarrenden Trainingsgelände des Reinhold Sampl in Thomatal-Muhr unweit von St. Michael im Lungau. Sampl ist auch eine motorsportliche Ausnahmeerscheinung. Der Salzburger sitzt im Rollstuhl. Aber am Steuer seines Audi TT schlägt ihn keiner auf „eigenem Eis“. Auch als „Querfahrer“ ist der Franz Spitze.

Schnelles Werkzeug

Der Franz und der Walter haben sich einiges zu sagen. Und sie haben auch der Teilnehmergruppe (einige Porsche-Fans, einige Rennfahrer, ein paar handverlesene Journalisten) viel zu vermitteln. Das Werkzeug entstammt der gesamten aktuellen Porsche-Palette, von Macan- und Cayenne-Versionen über den 718 Cayman und die (Turbo-) 911er bis hin zum brandneuen Panamera und dessen Hybrid-Ausgabe.

Das Ziel in aller Glätte: die ganzen schönen PS-strotzenden sündteuren Porsche in allen Situationen bewusst und sicher kontrollieren zu können. Da kommen, umgeben von Strohballen, Autoreifen und Telefonmasten, zuerst einmal leise Zweifel auf.

Alles übers Steuern

Aber man hat ja mit dem Allradantrieb (größtenteils zumindest) und dem PSM (Porsche Stability Management) ein Optimum an Traktionshilfen. Und man hat Walter Röhrl, den Großmeister des Fahrgefühls, Eiswedler vor dem Herrn. Er weiß nicht nur alles übers Unter- und Übersteuern, über die sensible Beziehung zwischen dem Gaspedal und den Händen am Volant, über den Einfluss der Person am Steuer auf die Belastung der Achsen am Kurveneingang, am Scheitelpunkt und am Ausgang. Und was man mit einem beherzten Gas-Stoß alles bewirken kann. Was am öftesten aus den Funkgeräten tönte, wenn einer wahrscheinlich gerade das PSM ausgeschaltet hatte und im Hütchenwald des Handlingskurses einen munteren Eistanz zum Besten gab: „Langsamer bitte, viel lang­samer“, riet der Rallye-König in seinen lammfellgefütterten Rennschuhen vom Eis her in aller Gelassenheit. „Fahrt’s mehr mit Gefühl!“ Perfektion ist wichtiger als Tempo. Das haben wir gelernt in der Kälte des Lungau. Danke und alles Gute zum Geburtstag.

Porsche Panamera mit Traktionsplus dank Allrad.
Porsche Panamera mit Traktionsplus dank Allrad.
VN beim Eistraining im Lungau.
VN beim Eistraining im Lungau.
Walter Röhrl im Element: Mit 70 zeigt er, wie es geht. „Perfektion ist wichtiger als Tempo“, so der Altmeister.
Walter Röhrl im Element: Mit 70 zeigt er, wie es geht. „Perfektion ist wichtiger als Tempo“, so der Altmeister.

Alle Porsche-Fahrtrainings unter www.porsche.at; Fahrtraining im Lungau: www.winterfahrtraining.at

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