Blüte eines neuen Selbstbewusstseins

Motor / 03.03.2017 • 13:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schaut gut aus, das neue SUV von Peugeot. Es soll helfen, die Höherpositionierung der Marke fortzusetzen. Fotos: Werk
Schaut gut aus, das neue SUV von Peugeot. Es soll helfen, die Höherpositionierung der Marke fortzusetzen. Fotos: Werk

Seit sich Peugeot Opel antun möchte, sieht man die Löwenmarke in etwas anderem Licht.

Peugeot. Man nimmt an: Wenn sich die Franzosen freiwillig eine deutsche Traditionsmarke zulegen wollen, die seit vielen Jahren in den roten Zahlen steckt, da muss schon ein gesundes Selbstbewusstsein dahinterstecken. Ein unerwartetes Selbstwertgefühl, legte doch der PSA-Konzern in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls nicht gerade umwerfende Bilanzen vor. Bei den deutschen Nachbarn gehen jedenfalls die Wogen hoch. Ist die Stärke der Löwenmarke gespielt oder stecken geniale Entwürfe hinter dem zur Debatte stehenden Opel-Kauf?

Ein neues Auto lässt ahnen, was es auf sich hat mit dem erstarkten Selbstbewusstsein, dem Grand-Nation-Feeling in Sochaux und den guten Ideen: der neue 5008 und Peugeots damit verbundene Strategie. Schaut gut aus, das SUV, und verkörpert übergeordnete Pläne der französischen Traditionsmarke aus dem ehemals deutschen Grenzland.

Die da sind, schwarz auf weiß: „Die Höherpositionierung der Marke fortzusetzen und durchzusetzen. Und sich als internationales Fahrzeug mit weltweitem Erfolg zu behaupten.“ Starke Worte, hohe Ansprüche.

Eindeutiger Peugeot-Wille ist es jedenfalls, Marktführer unter den SUV mit sieben Sitzen zu werden. Und das bei einer relativ bescheidenen Länge von 4,64 Metern. Zu diesem Zweck wartet Peugeot mit dem besten Innenraum aller Peugeot-Zeiten auf, dem i-Cockpit. Kompaktes Lenkrad wie gehabt, aber: futuristisches Design, originell und hochwertig, mutiger denn je bei den an sich konservativen Franzosen, deren Erzeugnisse einst als „französische Mercedes“ bezeichnet wurden. Das hörte man nicht ungern in Sochaux.

Acht-Zoll-Touchscreen, Head-up-Display mit hochauflösender Digitalanzeige (12,3 Zoll), messerscharf alles und schön groß neben dem Kompaktvolant. Umgeben von Tasten, die das Streben nach einfacher Bedienung zeigen. „Cockpit“ ist kein leerer Wahn im neuen 5008.

Weitere gute Ideen im Siebensitzer: drei versenkbare Einzelsitze in der zweiten Reihe, alle gleich groß, in Länge und Neigung verstellbar, zwei versenkbare Einzelsitze in der dritten Reihe. Man kann sie herausnehmen, um Platz zu schaffen. Der vordere Beifahrersitz kann zusammengeklappt werden. Frachtgut bis 3,20 Meter geht rein. Raum-Rekord auf dieser Plattform und dazu noch eine große Klappe hinten mit Handsfree-Funktion.

Natürlich lässt sich auch Peugeot manches extra zahlen, aber der Einstiegspreis ist mit 27.450 Euro angriffig moderat. Ab Ende Mai sind sie verfügbar, die neuen SUV.

Ohne Allradantrieb, aber mit „Advanced Grip Control“ und jeder Menge von Assistenzsystemen.

So auch der Tretroller e-Kick oder das e-Bike eF01. Unter einem Panorama-Schiebedach lässt man eine pneumatische Achtpunkt-Massage einwirken. Der Indoor-Komfort ist höher als der von außen kommende. Französische Sanftheit ist dem 5008-Fahrwerk fremd.

Die Triebwerke (alle neueste Euro-6.1-Motoren) rühmen sich besonderer Sparsamkeit. In Sachen Leistung und fast auch Laufruhe übertreffen die Diesel die Benziner.

Kein Allrad, aber „Advanced Griß Control“.
Kein Allrad, aber „Advanced Griß Control“.
Kleines Lenkrad, große Bildschirme.
Kleines Lenkrad, große Bildschirme.

Fakten

Motoren: drei Benziner-, sechs Dieselvarianten, 100 bis 180 PS

Preise: ab 27.450 Euro

Markteinführung: Ende Mai