Giorgio kann Romeo jetzt auch querfeldein tragen

14.04.2017 • 11:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Alfa Romeo Stelvio: Im Vordergrund steht die Sport-Performance, moderates Gelände kann er aber auch. Foto: werk
Alfa Romeo Stelvio: Im Vordergrund steht die Sport-Performance, moderates Gelände kann er aber auch. Foto: werk

Der Stelvio leitet bei Alfa die Crossover-Ära ein. Er basiert auf der Plattform der Giulia.

Alfa. Neue Zeiten sind in Turin angebrochen, die jüngsten Modelle haben „richtige“ Namen. Wie die Giulia, die im Vorjahr debütiert hat und die sich zu MiTo und Giulietta gesellte (für den 4C wird vielleicht noch etwas Passendes erfunden). Sogar die Plattformen werden bei Alfa Romeo getauft. Die neu entwickelte Heckantriebsarchitektur heißt Giorgio.

Darauf basiert die jüngste Turiner Kreation, die einen hohen Namen trägt: Stelvio, so die italienische Bezeichnung für den Stilfser Joch-Pass in Südtirol auf 2757 Meter Seehöhe. Zuletzt war ein italienisches Motorrad-Modell so benannt gewesen, eine Reise-Enduro von Moto Guzzi, mit der Lizenz, auch querfeldein voranzukommen.

Gemeinsam mit diesem Eisen hat Alfas erstes SUV-Modell nicht alleine den Namen und die Nationalität. Auch eine – gewisse – Hochbeinigkeit. Die haben die Italiener jedoch, nach Art des Hauses, auf sportlich-dynamische Art interpretiert. Der Crossover steht gerade einmal um 6,5 Zentimeter höher da als die Giulia. Was den Stelvio weniger als Geländetier charakterisiert, sondern als dezidiert Asphalt-affinen Kurvenräuber, der, dank Allradantrieb („Q4“, stammt von Magna), auch vor unbefestigten Straßen nicht aufstecken muss. Doch Giorgio könnte Romeo durchaus auch querfeldein tragen, wenn das Gelände nicht zu wild ist.

Vor Schnee und Matsch muss sich der Stelvio sowieso nicht fürchten. Das zu erproben, dazu war in der ersten Aprilwoche in Tirol, zwischen Innsbruck und Hochgurgl, aber keine Gelegenheit. Die Straßen durchs Kühtai und bis zum auf 2200 Metern Höhe gelegenen Top Mountain Crosspoint, dem Einstieg zur noch gesperrten Timmelsjoch-Straße, waren bereits komplett schnee- und eisfrei. Somit konnte der junge Romeo seine Stärken in puncto knackig-komfortabler Fahrwerksabstimmung, ultrapräziser Lenkung und unbissig-progressiver Bremsen ausspielen. In zwei der zum bereits erfolgten Marktstart angebotenen Motorisierungsvarianten: mit dem Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 280 PS und dem 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 210 PS (ein 200-PS-Benziner und ein heckgetriebener 180-PS-Diesel rollen gerade zu den Händlern).

Überzeugend leistungswillig sind beide gefahrenen Aggregate. Der Otto-Kandidat entwickelt drehfreudige Antriebs-Spontaneität, der Selbstzünder produziert druckvolle Durchzugsstärke. Beim Benziner mag man das charakteristische Alfa-Röhren vermissen (da muss man auf die 2,9-Liter-Biturbo-Version warten), der Diesel kündet etwas brummig von seiner Motorbauart.

Fakten

Motoren/Getriebe/Antrieb: Benziner: 2,0 l mit 200 oder 280 PS, Diesel: 2,2 l mit 180 oder 210 PS/Achtstufen-Automatik/Heck- oder permanenter Allradantrieb.

Abmessungen/Gewicht: 4687/ 1903/1648 mm Länge/Breite/Höhe, 2818 mm Radstand, 525 bis 1600 l Kofferraumvolumen/ab 1604 kg

Preis: ab 44.020 Euro