Lebensretter im großzügig geschnittenen Kleid

Ausfahrt in einem Bestseller: Ohne den 944 gäbe es Porsche heute wohl nicht mehr.
Porsche. (VN-mig) Der 944 war nie Diva. Unprätentiös mit geradezu feinen Manieren und praktischen Ladeeigenschaften tanzte der Komfort-Porsche aus der Reihe. Mit dem 911 hatte er in der eigenen Familie einen übermächtigen Gegner. Und dennoch sollte es das Multitalent sein, das am Ende für das Überleben der Marke sorgen würde.
163.302 Exemplare wurden vom Erfolgsmodell des Zuffenhausener Herstellers abgesetzt. Erst im letzten Jahr seines Bestehens durfte er auch im Stammwerk vom Band rollen. Das war 1991. Vorarlbergs Ausnahme-Rennfahrer Rudi Lins, einst in LeMans erfolgreich, fährt derzeit bei der Silvretta Classic ein Exemplar von damals. Der 944 Turbo schiebt dank mächtig Drehmoment souverän an. Die 220 PS des aufgeladenen 4-Zylinder-Aggregats fühlen sich keineswegs müde an. Geräusch- und Abrollkomfort sind selbst für heutige Verhältnisse ordentlich. So haben wir es jedenfalls am Beifahrersitz erlebt.
Rekordauto
Der jetzt von Lins pilotierte 944 Turbo ist bunt beklebt und hat Historie. Der „Tiroler Adler“ umrundete Anfang der 90er-Jahre die Welt in nur 31 Tagen. 41.140 Kilometer durch 23 Staaten in fünf Kontinenten haben ihm Eintragungen ins Guinness-Buch der Rekorde eingebracht.
Er war eines der letzten Exemplare, das in Zuffenhausen gebaut wurde. Die Geburtsstunde erlebte der 944 als Auftragsarbeit bei Audi in Neckersulm. Schon der 924 mit viel VW-Technik an Bord wurde dort gebaut. Der 944 trat in dessen Fußstapfen, allerdings mit echtem Porsche-Motor und als Transaxle-Sportwagen mit ausgewogener Gewichtsverteilung und damit neutralem Fahrverhalten.
Der Basismotor mit 2,5 Litern Hubraum leistete 163 PS. Stärkere Varianten folgten. Höhepunkt war schließlich der 944 Turbo, der auch in LeMans seine Runden drehte. Wegen seiner Zuverlässigkeit konnte er selbst deutlich stärkere Konkurrenten hinter sich lassen. Später legte Porsche noch ein limitiertes Sondermodell 944 Turbo S auf. Es leistete 250 PS. Der „Tiroler Adler“ kam mit 30 PS weniger aus. Für Langstreckenrekorde spielte die pure Leistung keine Rolle.

Fakten
Porsche 944
Bauzeit: Das Grundmodell wurde von 1981 bis 1989 gebaut. Ab 1988 gab es die Turbo-Variante – die letzten liefen 1991 in Zuffenhausen vom Band
Motor: 2,5-Liter-Hubraum, Vierzylinder-Reihenmotor (ab 88 mit Turboaufladung); Leistung 163 bis max. 250 PS
Getriebe: 3-Gang-Autom. bzw. 5.-Gang-Schaltgetriebe
Link zum Video: http://VN.AT/suc9rT