Der Bär kann mehr als nur auf allen vier Pfoten steppen

04.05.2018 • 06:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die aktuelle Škoda-4x4-Palette umfasst vier Modellreihen: Superb, Octavia, Karoq und Kodiaq.werk
Die aktuelle Škoda-4×4-Palette umfasst vier Modellreihen: Superb, Octavia, Karoq und Kodiaq.werk

Škodas Allrad-Quartett beweist On- und Offroad mehr als nur Tüchtigkeit.

Skoda SUVs wie der Kodiaq und der Karoq werden von eingefleischten Geländewagenbesitzern und -fahrern gern belächelt. Es stimmt schon: Die Attribute echter Offroader fehlen, wie Leiterrahmen, Blattfederung, Untersetzung(en) etc., und für die Zuteilung der Antriebskräfte an alle vier Räder ist nicht alleine Mechanik – im konkreten Fall ein Lamellenkupplungssystem der fünften Generation –, sondern die steuernde Elektronik zuständig. Doch nachdem trotz steigender SUV-Lust kaum jemand in ernsthaftes Gelände fährt, rüstet nicht nur Škoda die Allrad-Modelle mit einem wesentlich weniger gewichtigen und vor allem platzsparenden System dieser Art aus.

Damit haben sich die Tschechen mittlerweile die Reputation einer Allrad-Marke erworben, anhand von derzeit vier Modellreihen, in denen 4×4-Versionen offeriert werden. Begonnen hat es 1999 mit dem Octavia Combi. Fortgesetzt wurde es mit dem Superb, später dem Yeti. Im Zuge der nach wie vor aktuellen SUV-Offensive kamen die beiden Hochbeiner Kodiaq, der große Bär, und jüngst der Karoq, sein kleiner Bruder (und Nachfolger des kompakten Schneemenschen), hinzu. Zwischenzeitlich reihte sich der Octavia Scout (als Combi) ins Segment der Crossover ein. Die Sportversion des Octavia, der RS, ist, als Diesel mit 184 PS, ebenfalls mit 4×4-System zu haben.

Ihre Traktionstalente haben der Octavia – nicht nur als Pfadfinder, ebenso als Sportler -, der Superb – als Limousine und Combi – sowie der Kodiaq bereits mehrfach präsentiert. Um diese drei dem Neuankömmling Karoq gegenüberzustellen, stellte Škoda Österreich Vertreter aller vier Modellfamilien zum On- und Offroad-Vergleich bereit. Bei durchaus passenden Umständen – nassem Asphalt, rutschigen Feldwegen und verschlammten Geländepfaden – blieben der Kompakte und der Mittelklassler auf befestigten, abwechslungsreich kurvigen Straßen. Die beiden SUVs eroberten unter Anleitung von Offroad-Instruktoren den Offroad-Parcours des ÖAMTC in Stotzing, Burgenland. Bei teils grenzwertig glitschigen Bedingungen schlug sich der Jüngste der Tschechen mehr als wacker. Unter Ausnützung des Offroad-Fahrprogramms entfaltet der Karoq vor allem seine Agilität und Wendigkeit auf engem, teils schon bei Trockenheit durchaus kniffligem Terrain.

Besonders beeindrucken jedoch konnte der Kodiaq: Dank Bergabfahrhilfe kommt er selbst auf steilen Abfahrten nicht ins Schlittern, soferne man nicht grobmotorisch an der Lenkung agiert oder sich dazu verleiten lässt, aufs Bremspedal zu treten. Auch ist es möglich, tief verschlammte und zerfurchte Wege mit entsprechend sensiblem Gasgeben und sparsamem, aber zielgenauem Lenken zu passieren, ohne dass sich der große Bär querstellt oder gar eingräbt. Das Allradsystem kann bei Schlupf an den Vorderrädern nicht nur bis zu 90 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse schicken, sondern – im Extremfall – auch einem einzigen Rad bis zu 85 Prozent Traktion zuteilen. Damit hat der große Bär eindrucksvoll bewiesen, dass er nicht nur auf Asphalt aufgrund seiner ausgewogenen Gewichtsverteilung auf allen vier Pfoten dynamisch steppen, sondern auch grazil und spurstabil durch gröberes Gelände tänzeln kann. Sehr zum Lächeln des Kodiaq-Piloten. bkh

Die Offroadfähigkeit vor allem des Kodiaq grenzt nahe an die eines echten Geländewagens.

Karoq: Das Kompakt-SUV punktet im Unwegsamen vor allem mit Wendigkeit.

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Kodiaq: Von den böhmischen Allradlernist der große Bär im Gelände der tüchtigste.
Kodiaq: Von den böhmischen Allradlern

ist der große Bär im Gelände der tüchtigste.

Fakten und Daten

Octavia 4×4 Limousine ab 31.700 Euro, Combi ab 32.370 Euro, „Scout“ ab 38.020 Euro.

Superb 4×4 Limousine ab 35.070 Euro, Combi ab 36.460 Euro.

Karoq 4×4 ab 29.590 Euro.
KODIAQ 4×4 ab 34.050 Euro. Weitere Varianten: „Scout“ ab 41.110 Euro, „SportLine“ ab 44.400 Euro.