Ein Blickfang in der SUV-Masse

04.05.2018 • 06:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schickes Kompakt-SUV auf Basis des Golf: VW startet mit dem T-Roc durch. vn/Gasser
Schickes Kompakt-SUV auf Basis des Golf: VW startet mit dem T-Roc durch. vn/Gasser

Der VW T-Roc setzt optische Akzente im Boom-Segment und bietet gewohnte Tugenden.

VW Spät, aber umso eindrucksvoller: VW steigt in das Boom-Segment der Kompakt-SUV ein. Dort, wo der Konzern schon seit längerer Zeit mit dem Seat Ateca, dem Audi Q2 und dem Skoda Karoq erfolgreich auf Kundenfang geht, darf jetzt auch die Kernmarke ran. Nur so auf der Erfolgswelle mitschwimmen wollen die Wolfsburger aber augenscheinlich nicht. Der T-Roc sticht aus der Masse. Als Blickfang setzt der Neuzugang optische Akzente. So frisch und dynamisch hätte man sich das Crossovermodell auf Basis des Golf jedenfalls nicht erwartet.

Technisch baut das neue SUV auf dem Bestseller auf. Mit einer Länge von 4,23 Zentimeter übernimmt er das Golf-Format, bietet allerdings mit 445 Liter Ladevolumen (erweiterbar auf 1290 Liter bei umgeklappten Sitzen) einen markant größeren Kofferraum als sein Technik-Spender. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die erhöhte Sitzposition. Nicht thronend wie im Tiguan, aber doch etwas weiter über dem Boden als beim Golf. So sitzt der Fahrer 572 Millimeter über dem Asphalt, was zu einer besseren Übersicht führt.

Zur auffallend feschen Optik gesellen sich manierliche Fahrtugenden. So knackig wie seine Proportionen, so flink und agil lässt sich das Kompakt-SUV auch bewegen. Vom gewohnten SUV-Gehabe größerer Vertreter etwa im Kurvengeschlängel ist keine Spur. Der T-Roc hat die feinen Manieren des Golf geerbt. Dass abseits befestigter Straßen die Grenzen rasch erreicht sind, wird potenzielle Kunden kaum abschrecken. Der Großstadtdschungel ist schon eher das Terrain des Neuzugangs aus Wolfsburg.

Souveräne Fahrleistungen

VW bietet den T-Roc als Variante mit Frontantrieb genauso an, wie als Allradler. Im Test haben wir der 4×4-Version mit 150 PS starkem Diesel auf den Zahn gefühlt. In Kombination mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sorgt diese Antriebseinheit für souveränen Vortrieb und beste Traktion. Der Sprint auf Tempo 100 ist in nur 8,4 Sekunden geschafft, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Zum Normverbrauch von 5,1 Litern müssen zwar in der Praxis knapp eineinhalb Liter dazugerechnet werden, viel ist das aber angesichts der Leistungsdaten keineswegs.

Schick, wenn auch nicht ganz so begehrenswert, sieht der Wolfsburger auch im Innenraum aus. Auf den ersten Blick vermittelt er gewohnte VW-Qualität. Die Materialanmutung hält dann aber nicht, was sich der T-Roc verdient hätte. Dass in diesem Ausmaß Hartplastik verarbeitet wurde, trübt den sonst so exzellenten Eindruck.

Gutes Raumgefühl

Die Golf-Alternative mit der höheren Sitzposition bietet ein gutes Raumgefühl selbst in der zweiten Sitzreihe. Bei kompakten Abmessungen ist das Platzangebot ausreichend. Eine weitere Stärke: Bei den Fahrerassistenzsystemen und dem Infotainment haben die Wolfsburger in die Vollen gegriffen – digitale Instrumene inklusive.

Trotz spätem Einstieg ins Segment der Kompakt-SUV dürfte VW mit dem T-Roc hierzulande rasch ganz vorne stehen. Zu verdanken hat er das neben der bewährten Technik vor allem dem Design. Als Blickfang verzeiht man dem T-Roc auch die wenigen Schwächen wie etwa den Materialmix im Innenraum. Der Erfolg ist vorprogrammiert, wenn auch die Preise (ab 31.990 Euro für den Diesel mit Allradantrieb) nicht ohne sind.

Zur auffallend feschen Optik gesellen sich sehr manierliche Fahreigenschaften. Macht Spaß, den T-Roc zu fahren.

Digitale Instrumente und ein überzeugendes Raumangebot.
Digitale Instrumente und ein überzeugendes Raumangebot.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 2-Liter-Diesel mit 150 PS, 340 Nm Drehmoment, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb 4Motion

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 8,4; Spitze 200 km/h, Verbrauch 5,1 Liter (Test 6,5 l)

Preis 40.207 Euro (Testwagen)