Der ,,Kleine“ fletscht die Zähne

26.04.2019 • 09:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch bei der Optik haben die Briten nachgeschärft: sieht jetzt richtig gut aus, der Mittelklasse-Jaguar.werk
Auch bei der Optik haben die Briten nachgeschärft: sieht jetzt richtig gut aus, der Mittelklasse-Jaguar.werk

Bisher war die ,,Mittelklasse“ von Jaguar eine Rarität auf Österreichs Straßen. Das soll sich jetzt ändern.

Jaguar Die Jagd des britischen Raubtiers auf die deutschen Platzhirsche verlief nicht ganz so erfolgreich, wie man sich das bei der Premiere vor etwa fünf Jahren vorgestellt hatte. Vor allem im Innenleben und bei den Platzverhältnissen mangelte es der ,,Sportlimousine“ an Reizvollem und auch das Design wirkte eher konservativ als sportlich-dynamisch. An Motoren und am Fahrwerk hingegen gab es nichts auszusetzen.

Dem Brexit zum Trotz (oder gerade deswegen) hat sich Jaguar zu einem Facelift entschlossen. Es bringt dem XE ein neues Interieur, ein dem Roadster F-Type angeglichenes Design und mehr Fortschrittsgeist als bisher, aber auch eine Absage an das Thema Sechszylinder, das im Zuge des Downsizing sowieso mehr und mehr in den Hintergrund tritt.

Er ist also nunmehr ein zeitgemäß ausstaffierter Individualist, der XE. Er tritt uns an Front und Heck neu gestylt entgegen, streckt sich mehr in die klassische Jaguar-Haltung und blickt uns mit geschlitzten Voll-LED-Leuchten angriffslustiger entgegen als bisher.

Ziemlich british

Er macht also schon einmal mehr Lust zum Einsteigen und erfreut die Passagiere durch typisch britische Details und hochwertige Materialien. Es bleibe dieses ebenfalls klassische, etwas beengende Jaguar-Raumgefühl durch den ausladenden ,,Kardantunnel“, wie man dieses raumverzehrende Konstrukt früher zu nennen pflegte.

Aber für Jaguar passt es. Und von diesem Gebilde aus oder via Schaltpaddles am Volant steuert man die im sequenziellen Modus blitzschnelle Achtstufenautomatik. Sie ist in alle XE serienmäßig inkludiert und versteht sich mit allen Triebwerken hervorragend. Es sind durchwegs die neuen Vierzylindern-Ingenium-Benzin- und- Dieselmotoren zwischen 180 und 300 PS an Bord.

Immer genügend Traktion

Die Allradversionen arbeiten mit dem Torque-on-deman-4×4-System von Jaguar Land Rover. Sie bewahren den Jaguar-typischen Heckantriebscharakter, liefern aber bei heiklen Straßen- oder Wetterverhältnissen bis zu 50 Prozent des Drehmoments auf die Vorderachse.Ergebnis: Es ist immer genügend Traktion zur Hand. Sehr von Vorteil, wenn man beispielsweise mit dem 300 PS starken Benziner unterwegs ist, der mit seinem Allradantrieb in 5,7 Sekunden locker die Hundertermarke erreicht.

Schnelle Wechsel

Überhaupt: Schnelle Gangwechsel, agiles Handling, Präzision in Lenkung und Bremsverhalten sind die Stärken des XE. Hat jetzt zu 75 Prozent Aluminium drin in der Karosseriestruktur, ist leichter geworden und bringt das auch beim Fahrverhalten zum Ausdruck. Eine Sportlimousine also, wie man sich eine solche wünscht. ,,Kompakt“ ist sie nicht wirklich, sondern eher im Format einer Mercedes E-Klasse oder eines 5er-BMW.

Schnelle Gangwechsel, agiles Handling, Präzision in Lenkung und Bremsverhalten sind die Stärken des XE.

Der überarbeitete XE startet mit neuem, schickem Interieur durch.
Der überarbeitete XE startet mit neuem, schickem Interieur durch.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb Benziner und Diesel, 180 bis 300 PS, durchwegs Vierzylinder, teils Allradantrieb

Markteinführung Juni

Preis ab 46.500 Euro