Zarte Kosmetik, erweiterte Elektronik

28.06.2019 • 07:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit 90 Prozent Anteil ist der Kombi - der Variant - die gefragteste Karrosserieversion des Passat.Werk
Mit 90 Prozent Anteil ist der Kombi – der Variant – die gefragteste Karrosserieversion des Passat.Werk

Präpariert für die nahe Zukunft hat VW den Passat – optisch an der Oberfläche, technisch in die Tiefe greifend.

VOLKSWAGEN Immer schneller gehen muss man, wenn man mit der Zeit gehen will. Das gilt auch für das Urmeter der Wolfsburger, den Passat, der sich seit seiner Einführung im Jahr 1973 in bislang acht Generationen rund dreißig Millionen Mal verkauft hat. Für ihn setzte es, zur Mitte des Modellzyklus, ein Update, folgend den aktuellen Prämissen: Emissions- und Verbrauchsminimierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und, in Vorbereitung der Fahrautomatisierung, Erweiterung der elektronischen Assistenzsysteme.

Die Aktualisierung sieht man nur bei genauerem Hinschauen. Es sind zarte Kosmetik-Retuschen an Stoßfängern, Kühlergrill und Heckdiffusor. Der „Passat“-Schriftzug prangt nun mittig auf dem Heck. Die Auspuffendrohre wurden durch Blenden ersetzt. Neu sind LED-Scheinwerfer, -Tagfahrlichtsignatur, -Rückleuchten und -Nebellichter (Letztere ab Business-Niveau serienmäßig).

Weitaus tiefgreifender ist die Erweiterung der Elektronik-Mitgift. A la Touareg kann man nun auch im Passat das Cockpit digital einrichten, es ist genauso via Lenkradtaste konfigurierbar wie im SUV-Flaggschiff. Dazu kommt die aktuellste Generation des Infotainmentsystems, ein modular angelegter Baukasten (MIB3) mit Funktionen, die weit über Information und Navigation hinausgehen. Online ist man im Passat nun permanent, via fix verbauter SIM-Karte. Weitere neue Elektronik-Technikdetails sind unter anderem ein berührungssensibles Lenkrad und der Reiseassistent („Travel Assist“), der es ermöglicht, im Verein mit adaptivem Abstandsregeltempomat und aktivem Spurhalteassistent (ist abschaltbar!) auf Autobahnen und Schnellstraßen teilautomatisiert bis zu einem Tempo von 210 km/h zu fahren. Das ist Stufe zwei der sogenannten Fahrautonomisierung. Ebenfalls eine Mitgiftweitergabe des Touareg sind Matrixscheinwerfer (IQ.Light).

Viele Updates

Im Zentrum des aktuellen Updates jedoch stand vor allem die Adaptierung der Antriebsstränge an die geltenden und kommenden EU-Limits. Mit Partikelfilter versehen wurden jetzt alle Benziner, der 1,5-Liter- sowie der 2,0-Liter-TSI, mit 150 respektive 190 PS (272 PS sind für Österreich nicht vorgesehen). Optimiert auf allen Linien sind die Diesel in puncto Abgasreinigung, es sind ein 1,6- und ein 2,0-Liter-TDI, mit jeweils 120 beziehungsweise 150, 190 und 240 PS. Überarbeitet ist der Plug-In-Hybrid (GTE, 1.4 TSI und E-Aggregat) mit 218 PS Systemleistung. Er hat nun, mit gesteigerter Akku-Kapazität (von 9,9 auf 13 kWh) eine etwas längere elektrische Reichweite: 56 bzw. 55 Kilometer für die Limousine respektive den Kombi (bisher 50 Kilometer). Die Eigenschaften des 1,5 TSI, des 1,6 TDI sowie des Plug-In-Hybriden konnten noch nicht ausgelotet werden. Dass der 190- und der 240-PS-TDI drehmomentstarke Begleiter sind, war anzunehmen. Der 2,0-Liter-Benziner wirkt in seiner Leistungsbereitschaft etwas gedämpft. Nach wie vor ist der auf Crossover getrimmte Alltrack – mit serienmäßigem Allradantrieb – nur als Kombi zu haben. Der Fokus liegt insgesamt auf dem Variant. Auf ihn entfällt mit neunzig Prozent der Löwenanteil an den beiden Karosserieversionen.

Das Update unterstreicht die etablierten Qualitäten des VW Passat: Solidität, Komfort, Wirtschaftlichkeit.

Mit 90 Prozent Anteil ist der Kombi - der Variant - die gefragteste Karrosserieversion des Passat.Werk
Mit 90 Prozent Anteil ist der Kombi – der Variant – die gefragteste Karrosserieversion des Passat.Werk
Das Optik-Update und die Technik-Aktua-lisierung betreffen auch die Limousine.

Das Optik-Update und die Technik-Aktua-

lisierung betreffen auch die Limousine.

Im Cockpit hat jetzt, wie im Touareg, dasdigitale Kombiinstrument Einzug gehalten.

Im Cockpit hat jetzt, wie im Touareg, das

digitale Kombiinstrument Einzug gehalten.

Fakten und Daten

MOTOREN/GETRIEBE/ANTRIEBE Diesel: 1,6 l mit 120 PS, 2,0 l mit 150, 190, 240 PS, Benziner: 1,5 l mit 150 PS, 2,0 l mit 190 PS, Plug-In-Hybrid mit 218 PS/man. 6-Gang-Schaltung, 7-Stufen-DSG/Front-, Allradantrieb.

MARKTSTART/PREIS Oktober/ab 32.290/34.590 Euro (Limousine/Variant), ab 46.020 Euro (Plug-In-Hybrid), ab 50.930 Euro (Alltrack).