Das Auge fährt schließlich mit

Motor / 16.07.2021 • 11:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Volkswagen, der aus der Reihe tanzt. Mit dem Arteon Shooting-Brake nimmt VW Individualisten ins Visier.VN/Steurer
Ein Volkswagen, der aus der Reihe tanzt. Mit dem Arteon Shooting-Brake nimmt VW Individualisten ins Visier.VN/Steurer

Kombis sind praktisch, Shooting Brakes auch was fürs Auge: VW kann mit dem Arteon gleich beides.

VW Wie viel Nische darf ein Volumenshersteller? Große Stückzahlen und individueller Stil lassen sich ja bekanntlich nicht so einfach unter einen Hut bringen. Volkswagen ging zeitgleich mit dem Update seines ohnedies schon mutig, weil avantgardistischen Passat-Ablegers Arteon das Wagnis einer zweiten Karosserieform ein, die auf ein bescheiden großes Klientel abzielt: Kunden mit einem Faible für das Außergewöhnliche. Dafür haben sie dem Arteon ab der B-Säule ein Shooting-Brake-Heck verpasst und so einen Variant fürs Auge geschaffen. Schön anzusehen und dennoch auch praktisch – so falsch kann dieser Ansatz dann doch nicht sein.

Optisch tanzt der Kombi für Ästheten aus der Reihe, bietet gleichzeitig Platzverhältnisse, die dem erfolgreichen Lastenesel der Baureihe nahekommen. In Ladevolumen gesprochen sind das 565 Liter, erweiterbar auf 1632 Liter. Die Ladefläche: fast 2,1 Meter. Viel Platz also fürs Gepäck, aber nicht nur: auch das Passagierabteil präsentiert sich angenehm geräumig und hochwertig. VW hat mit der Modellpflege ins Interieur investiert und eine neue Cockpitlandschaft geschaffen. Im Innenraum ist der Arteon massentauglich, ganz ohne Experimente.

Das trifft auch auf den Antrieb zu, den wir in der Langstreckenversion zur Verfügung hatten. Ein 2-Liter-Diesel alter Schule, modernst auf Effizienz getrimmt. Die überzeugenden Fahrleistungen (0 auf 100 in 7,4 Sek, 230 km/h Spitze) des Selbstzünders verbunden mit einem Verbrauchswert von knapp über sechs Litern machen deutlich, dass es für den Pensionsantritt noch zu früh ist. Wer viel fährt, wird mit dieser Technologie noch länger seine Freude haben. VW hat das Aggregat mit einem Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb kombiniert. 200 PS und 400 Nm Drehmoment kommen so auch auf die Straße. Ein ausgewogenes Fahrverhalten, unterstützt durch das Adaptiv-Fahrwerk, rundet den stimmigen Gesamteindruck ab. Das mögen nicht nur Individualisten. VN-MIG

Es gibt wenig Gründe, diesen Antrieb in Rente zu schicken. Der Selbstzünder hinterlässt einen feinen Eindruck.

Ein Volkswagen, der aus der Reihe tanzt. Mit dem Arteon Shooting-Brake nimmt VW Individualisten ins Visier.VN/Steurer
Ein Volkswagen, der aus der Reihe tanzt. Mit dem Arteon Shooting-Brake nimmt VW Individualisten ins Visier.VN/Steurer
Überarbeitetes Interieur: geräumiger und hochwertiger Innenraum.
Überarbeitetes Interieur: geräumiger und hochwertiger Innenraum.
Schick geformtes Heck, das dahinter dennoch viel Platz bereit hält.
Schick geformtes Heck, das dahinter dennoch viel Platz bereit hält.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 2-Liter Vierzylinder Diesel mit 200 PS, 400 Nm, 7-Gang-Doppelkupplung, Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 7,4; Spitze 230 km/h, Verbrauch 5,8 l (Test: 6,2 l)

Preis ab 58.040 Euro (R-Line); Testwagen: 76.812 Euro