Quester-Sanierung zumindest vorerst gescheitert

Die Sanierung der Quester Baustoffhandel GmbH ist gescheitert, zeigen Informationen der Gläubigerschutzverbände AKV, KSV und Creditreform. Grund dafür ist ein Antrag auf ein Konkursverfahren gegen die Quester Holding GmbH, die als einzigen Vermögenswert alle Anteile der insolventen und eigentlich in Sanierung befindlichen Quester Baustoffhandel GmbH hat. Die GmbH-Sanierung sah vor, die Anteile an der Holding an einen Investor zu verkaufen. Das ist nun fehlgeschlagen.
“Die Sanierung der Quester Baustoffhandel GmbH ist somit gescheitert”, schrieb der KSV am Mittwoch. Wie vom AKV hieß es von dort, dass die Quester Baustoffhandel GmbH ihren Sanierungsplan aufgrund der Entwicklung bei der Holding werde “zurückziehen müssen”. “Die Verhandlungen mit dem Investor und die Sanierungsbemühungen der Schuldnerin und der Quester Baustoffhandel GmbH sind gescheitert.” Der Verkauf der Holding war verbunden mit einem Forderungsverzicht der Altgesellschafter, um die Sanierung zu ermöglichen. Laut Creditreform wurde der Sanierungsplanantrag von der GmbH unterdessen auch schon zurückgezogen.
Die Holding hat ihren Sitz in München. Sie hat keine Mitarbeiter, aber drei Gläubiger mit Gesamtforderungen von 16,4 Mio. Euro im Liquidationsfall. Eine Sanierung wird nicht angestrebt. Mit einer Eröffnung des Konkursverfahrens rechneten die Gläubigerschützer rasch.
Lange Vorgeschichte seit einigen Jahren schwer getrübt
Über die Quester Baustoffhandel GmbH war Anfang November 2025 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Bei einer sogenannten Prüfungstagsatzung heuer am 8. Jänner meldeten laut Creditreform 674 Gläubiger rund 55 Mio. Euro an Forderungen an. Davon waren zuletzt 12 Mio. Euro anerkannt. Der große Rest der bestrittenen Forderungen werde teilweise noch geprüft, es sei mit weiteren Anerkennungen zu rechnen.
Die 1934 in Wien gegründete Firma vertreibt Baustoffe und Fliesen für Gewerbe- und Privatkunden in Filialen in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Insolvenzursache waren drastische Umsatzrückgänge seit 2022 aufgrund der Krise in der Immobilien- und Baubranche. Bis 2024 brach der Umsatz von 201 Mio. auf jährlich 130 Mio. Euro ein. Bereits vor Insolvenzeröffnung wurde auf die gesunkenen Umsätze mit Personalabbau und Filialschließungen reagiert.
Hälfte der Filialen schon zu
Als Sanierungsmaßnahmen wollte bzw. will das Unternehmen die Filialzahl halbieren und massiv Jobs abbauen. Von 18 Filialen wurden bereits neun geschlossen. Schon im Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung beschäftigte die Schuldnerin nur noch 320 Dienstnehmer von ursprünglich 421. Durch die Standortschließungen werden weitere laut Creditreform 64 Dienstverhältnisse beendet. “Diese Sanierungsbemühungen sind nunmehr wohl gescheitert.”
Mit Mitte Dezember wurden bereits zwei Standorte in Villach in Kärnten geschlossen, dazu kamen je zwei weitere Niederlassungen in Graz und der Steiermark (Leoben, Krieglach). Auch in Niederösterreich wurden zwei Geschäfte geschlossen (Mödling, Schwechat) sowie eines in Wien.