Santa Clara und die Millionenstrafe

11.01.2024 • 18:24 Uhr
<p class="caption">Kennedy Boateng zeigte in den vier Spielen für die Austria bislang gute Leistungen.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span></p><span class="marker"><span class="copyright">gepa</span></span>

Kennedy Boateng zeigte in den vier Spielen für die Austria bislang gute Leistungen. 

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Transfersperren sind eine beliebte Sanktion der FIFA
als beliebte Sanktion

Lustenau Vier Millionen Euro soll Santa Clara von Austria Lustenau fordern, weil die Grün-Weißen Kennedy Boateng unter Vertrag genommen haben. Die Ausstiegsklausel für den Verteidiger sei in dieser Höhe angesetzt gewesen. In Portugal muss – wie auch in Spanien – jeder Vertrag eine Ausstiegsklausel beinhalten, bezahlt wird diese allerdings nur selten.

Neymar wurde von Paris St. Germain aus seinem Vertrag beim FC Barcelona über eine absurde 222-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel herausgekauft.<span class="copyright"> Apa</span>
Neymar wurde von Paris St. Germain aus seinem Vertrag beim FC Barcelona über eine absurde 222-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel herausgekauft. Apa

Eine von der FIFA häufig gewählte Sanktion bei Transferstreitigkeiten ist eine Transfersperre. Zuletzt wurde dem 1. FC Köln eine einjährige Sperre auferlegt, weil der Klub den slowenischen Jugendspieler Jaka Potocnik zur Vertragskündigung bei seinem Verein angestiftet haben soll. Einen Tag später unterschrieb der 16-Jährige in Köln.

 Jaka Potocnik (l.) wurde dem 1. FC Köln zum Verhängnis. <span class="copyright">Gepa</span>
Jaka Potocnik (l.) wurde dem 1. FC Köln zum Verhängnis. Gepa

Ein ähnlicher Fall erlebte der SKN St. Pölten. Die Niederösterreicher hatten 2016 den Guineer Alhassane Keita ablösefrei verpflichtet. Laut dem damaligen SKN-Manager Andreas Blumauer gab es zum Zeitpunkt der Unterschrift keinen Vertrag zwischen Keita und seinem Ex-Klub Ermis Aradippou aus Zypern. Allerdings klagte Aradippou zunächst den Spieler bei der FIFA, weil laut Klub noch ein gültiger Vertrag bestanden habe. Keita, der später von St. Pölten entlassen wurde, belastete schließlich gegenüber der FIFA St. Pölten, der Klub habe ihn unter Druck gesetzt, eine Unterschrift zu fälschen. Ein Dementi der Niederösterreicher nutzte nichts, St. Pölten wurde 2019 mit einer einjährigen Transfersperre belegt.

Alhassane Keita kostete den SKN St. Pölten zwei Transferperioden.
Alhassane Keita kostete den SKN St. Pölten zwei Transferperioden.

Apropos FIFA und Santa Clara. Die Portugiesen mussten im Sommer nach einem FIFA-Urteil rund eine Million Euro an Athletico Paranaense überweisen, weil der Brasilianer Cryzan Barcelos aus seiner Heimat zunächst nach Santa Clara und dann weiter nach China gewechselt war. Ein Teil der Ablöse stand Paranaense zu. VN-EMJ

Cryzan (Mitte) wechselte um über zwei Millionen von Santa Clara nach China. Die Portugiesen weigerten sich zunächst, die Hälfte an seinen Ex-Verein Paranaense weiterzugeben, obwohl diese noch Transferrechte am Brasilianer hielten. <span class="copyright">Apa</span>
Cryzan (Mitte) wechselte um über zwei Millionen von Santa Clara nach China. Die Portugiesen weigerten sich zunächst, die Hälfte an seinen Ex-Verein Paranaense weiterzugeben, obwohl diese noch Transferrechte am Brasilianer hielten. Apa