Lücken in der Dokumentation, aber keine Vernachlässigung
![Präsentation der von SeneCura in Auftrag gegebenen Gutachten zum Vorwurf der Vernachlässigung eines Heimbewohners. Pk der Senecura zum Todesfall im Heim, mit • Univ.-Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhlinhaber Geriatrie (online zugeschaltet) • Univ.-Prof. Dr. Jürgen Osterbrink, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, Universitätsinstitut für Pflegewissenschaft und -praxis • Anton Kellner, Geschäftsführer SeneCura Gruppe • […]](/2024/07/0F8A9678-2-768x512.jpg)
SeneCura legt zwei Privatgutachten zum Tod eines 89-jährigen Heimbewohners vor.
Hard Lücken in der Dokumentation ja, aber kein Fehlverhalten in der Pflege: Zu diesem Ergebnis kommen zwei von der SeneCura in Auftrag gegebene Privatgutachten. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Tod eines 89-jährigen Heimbewohners, der im Sozialzentrum „In der Wirke“ in Hard an Vernachlässigung gestorben sein soll. Sowohl aus medizinischer wie auch aus pflegerischer Sicht sei das nicht zu erkennen. Zusammenfassend könne die Pflege als bemüht und umsichtig durchgeführt beschrieben werden. „Die Vorwürfe der Angehörigen sind nicht nachvollziehbar“, heißt es weiter. Der Mann habe schon bei seinem Übertritt ins Heim massive Erkrankungen mitgebracht. Dazu kam eine fortschreitende Demenz bis hin zur schwersten Pflegebedürftigkeit.
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Herausfordernde Situation
Die Gutachten widerlegen demnach die von der Rechercheplattform Dossier erhobenen Anschuldigungen gegen den Pflegeheimbetreiber. Die Betroffenheit über den medialen Aufschlag zwei Jahre nach dem Tod des betagten Seniors hängt dennoch spürbar im Raum. „Die Aufarbeitung dieses Falles ist für uns wichtig“, betonte Regionaldirektor Daniel Siegl. Er kommt dem in Gesprächen mit Mitarbeitenden, Bewohnern und Angehörigen nach (die VN berichteten). Die Pandemie habe die Situation damals erschwert, der Pflegeschlüssel des Landes sei dennoch erfüllt worden, will er gesagt haben und: „Die Pflegedokumentation mag Lücken aufweisen, aber die Pflege war da“, bekräftigt er.
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Mit der Aufarbeitung der Anschuldigungen hat SeneCura den Geriater, Univ. Prof. Hans Jürgen Heppner von der Alexander-Universität in Erlangen und Univ. Prof. Jürgen Osterbrink vom Institut für Pflegewissenschaft und –praxis der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg betraut. Als Basis dienten die übermittelten Akten. Aufgrund der massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen, unter anderem durch Herzerkrankungen, Thrombosen, Nierenversagen und Verwirrtheit, habe sich von Beginn der Betreuung an eine sehr herausfordernde pflegerische Situation ergeben. Vernachlässigung sei ein hartes Wort, konstatierte Heppner, um dann festzustellen: „Das Personal war immer um den Mann bemüht.“
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Fehlende Informationen
Jürgen Osterbrink merkte kritisch das Fehlen einer durchgängigen Dokumentation des Gewichts und Ernährungszustands sowie der Druckgeschwüre (Dekubitus) an. Die Dokumentation der chronischen Wunden hätte engmaschiger erfolgen, externe Begleitung in Form eines Wundmanagements früher eingeleitet werden können. „Am Ergebnis hätte das aber nichts geändert“, bemerkte Osterbrink einschränkend, denn Heilung und Ernährung bedinge ein Zusammenspiel. Das war offenbar nicht mehr gegeben. Der Amtssachverständigen des Landes stellte der Pflegewissenschaftler ein gutes Zeugnis aus. Sie habe in der Begehung ein sehr klares Bild der Versorgung und Pflege gezeichnet.
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Die SeneCura-Geschäftsführung kündigte Gespräche mit den Landtagsparteien an und stehe auch nach Vorliegen des patientenanwaltlichen Gutachtens zum Austausch bereit. Geschäftsführer Anton Kellner gab sich überzeugt, dass dieses Gutachten kein anderes Ergebnis zeitigen wird. Es soll im Herbst vorliegen. So lange habe die SeneCura nicht warten wollen: „Unsere Mitarbeitenden haben aufgrund der unfundierten Vorwürfe harte Wochen hinter sich. Umso wichtiger sind uns Transparenz und rasche Aufklärung“, begründete Daniel Siegl.