Community Nurses: Ein Konzept mit Zukunft?

Das Pilotprojekt läuft Ende des Jahres aus. In Vorarlberg gibt es bereits eine Entscheidung, wie es im Sinne der Gesundheitsprävention weitergehen soll. Die Soziallandesrätin will Doppelgleisigkeiten vermeiden.
Bregenz Eigentlich sind sie Gesundheitsmanagerinnen, doch werden sie „Community Nurses“ genannt. Ihr Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken und vor allem älteren Menschen zu ermöglichen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Österreichweit starteten dazu 116 Pilotprojekte, vier davon in Vorarlberg: in Bludenz, Bregenz, Dornbirn und Wolfurt. Ende des Jahres läuft die Pilotphase aus. Die Vorarlberger Projekte werden aber verlängert, erklärt Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. „Wir verlängern um ein Jahr, um genauer auf das Anforderungsprofil und die Abgrenzung zu achten.“ Derzeit können die Aufgaben der Community Nurses in den Gemeinden ganz unterschiedlich sein. Die einen befassen sich etwa mit jungen Menschen, die zu pflegenden Angehörigen werden, die anderen legen ihren Schwerpunkt auf migrantisches Klientel, das wenig bis gar nichts von bestehenden Pflegeangeboten weiß. Andere wiederum bieten Vorträge zur Gesundheitsprävention und weitere Beratungen an.
“Keine Doppelgleisigkeiten”
In Vorarlberg ist das Case Management die zentrale Anlaufstelle bei Fragen der Pflege. „Hier soll keine Doppelgleisigkeit entstehen.“ So sei der Weg, dass sich Community Nurses auf bestimmte Zielgruppen fokussieren und bereits präventiv aktiv werden können, der richtige. Wiesflecker spricht dabei unter anderem von vereinsamten Menschen oder stark verwahrlosten Haushalten, „Personen, die wenig oder keine Unterstützung oder keinen familiären Anschluss haben“.

Aktuell gibt es in Vorarlberg 6,85 besetzte Vollzeitstellen in den vier Projekten. „Ihre Arbeit ist wichtig“, erklärt die Soziallandesrätin. Die Verlängerung des Projektes werde über den Pflegefonds finanziert, also von Bund und Land zusammen.
In Wolfurt sind die Community Nurses bereits an die Hauskrankenpflege gekoppelt. „Sie macht seit längerer Zeit Hausbesuche 75 plus. Das sind Präventionsbesuche.“ Hier sieht Wiesflecker Möglichkeiten, die Gesundheitsmanagerinnen einzusetzen. Die Hauskrankenpflege würde ihr gemeinsam mit den Community Nurses als gesamtes Bild gut gefallen.