Trotz Rückschlag: Mega-Wohnbauprojekt in Dornbirn nimmt Fahrt auf

Im Rohrbach sollen 193 Wohnungen entstehen. Baustart für 100-Millionen-Euro-Projekt noch in diesem Jahr, obwohl mit der Stadt Dornbirn ein Projekt-Partner kurzfristig abgesprungen ist.
Dornbirn Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Swietelsky AG will in Dornbirn Vorarlbergs derzeit größtes privates Wohnbauprojekt realisieren. In zwei Bauetappen werden 193 Wohnungen entstehen. Schon im Herbst soll mit den Arbeiten begonnen werden. Nach Jahren der Krise im Wohnbau setzt der österreichweit tätige Baukonzern ein mutiges Zeichen. “Der Verkauf ist gerade erst angelaufen. Wir haben eine gute Resonanz”, sagt der Standortleiter für Vorarlberg, Wolfgang Müller. Das 100-Millionen-Euro-Projekt nimmt trotz Hürden Fahrt auf.

Ende 2020 konnte sich die Swietelsky AG in einer Ausschreibung ein 13.485 Quadratmeter großes Grundstück sichern. Das Grundstücksgeschäft der Superlative sprengte schon damals den Rahmen des Üblichen. 16,4 Millionen Euro war dem Unternehmen mit seinen gesamt rund 10.000 Beschäftigten der Boden in Bestlage wert. Entstehen sollte nicht weniger als das größte Immobilienprojekt der Firmengeschichte. “Wir haben das Projekt bis heute in diese Richtung weiterentwickelt und werden es wie geplant umsetzen”, sagt Müller. Dabei hat die Krise der Branche auch sein Unternehmen nicht verschont. Die letzten drei Jahre seien im Verkauf schwierig gewesen. “Wir glauben aber unverändert an den Wohnbau”, so der Standortleiter für Vorarlberg.

Neben den schwierigen Rahmenbedingungen setzt dem Mega-Projekt der kurzfristige Rückzug eines Partners schwer zu. “Wir haben das Bauvorhaben von Beginn an gemeinsam mit der Stadt Dornbirn entwickelt”, so Müller. Konkret sollte für die Stadt eine Kindergartenstätte, drei Spielgruppen und 36 Wohnungen für “Wohnen im Alter” realisiert werden. Architekt Bernardo Bader habe vier Jahre lang in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen im Rathaus das Generationenhaus entwickelt, ein Kaufanbot sei “vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien” unterzeichnet. Monate später der Paukenschlag: Die Stadt habe sich aus dem Projekt kurzfristig zurückgezogen, weil das Geld fehle, so Müller. Ein zehn Millionen Euro schwerer Rückschlag, der allerdings nichts an der Umsetzung ändert. “Bauphase 1 startet im Herbst und wird zwei Jahre dauern, Phase 2 wird in drei Jahren fertig sein”, so Wolfgang Müller. Dann sollen 193 Wohnungen in sechs Baukörpern und 220 Tiefgaragenplätze an neue Besitzer übergeben worden sein.

Was mit der geplanten Kindergartenstätte, den Spielgruppen und der Außenspielfläche von 500 Quadratmetern passieren soll? Unklar. Das überraschende Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl vom Wochenende könnte die verfahrene Situation wieder ändern. Dornbirn erhält mit SPÖ-Mann Markus Fäßler einen neuen Bürgermeister. “Wir hoffen auf ein Umdenken und gehen davon aus, dass die Gespräche wieder aufgenommen werden”, so Müller. Allenfalls müsste es noch einmal zu Anpassungen beim Projekt kommen.

Am Gesamtcharakter wird sich jedenfalls nichts ändern. Der Müllerbach ist in die Planung eingebunden und verbindet das Quartier über eine kleine Brücke mit dem Geh- und Fahrweg. Architekt Bernardo Bader hat ein Gartenquartier entwickelt. Die Anlage wird autofrei sein und es werde auf dem gesamten Grundstück viel Grün geben. Zum Konzept zähle innovative Wärmerückgewinnung, eine großzügige PV-Anlage und eine Klimaanlagenvorbereitung, macht Müller Werbung in eigener Sache. Nach viel Gegenwind stimme ihn der Verkaufsstart und die zuletzt bessere Stimmung in der Branche jedenfalls positiv, “auch wenn wir noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt sind”, so der Immobilienexperte.

