Mega-Wohnbauprojekt: “Zehn Millionen sind kein Pappenstiel”

193 Wohnungen, Kindertagesstätte und Spielgruppen: Stadt Dornbirn zog beim Projekt “Gartenquartier” im Rohrbach kurzfristig die Reißleine. Mit neuem Bürgermeister sollen Gespräche wieder aufgenommen werden.
Dornbirn In wenigen Monaten sollen die ersten Bagger auffahren. Der Baukonzern Swietelsky realisiert in Dornbirn für rund 100 Millionen Euro ein Wohnbauprojekt der Superlative. In zwei Bauetappen sollen 193 Wohnungen entstehen. Das Gartenquartier, wie es der private Bauträger nennt, wurde von Beginn an gemeinsam mit der Stadt Dornbirn entwickelt. Einer der sechs Baukörper sei “in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen im Rathaus als Generationenhaus konzeptiert worden”, so Wolfgang Müller, Swietelsky-Standortleiter für Vorarlberg.

36 Einheiten für “Wohnen im Alter”, Kindergartentagesstätte, Spielgruppen, Verwaltungsräume und 500 Quadratmeter Außenspielfläche sehen die Pläne vor. Ein amtssigniertes Kaufanbot ist mit 23. Februar 2024 datiert. Zehn Millionen Euro wollte sich die Stadt das Vorhaben kosten lassen. Dann der Rückzieher. Nach internen Besprechungen müsse man leider mitteilen, dass die Stadt einem Kauf derzeit nicht nähertreten könne, beschreibt Müller die offizielle Kommunikation mit dem Rathaus. Es fehle an den finanziellen Mitteln, hieß es demanch. Ein herber Schlag für das Bauprojekt in Bestlage.
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Die Bürgermeisterstichwahlen mit völlig unerwartetem Ausgang sind für Wolfgang Müller ein Lichtblick. “Wir hoffen auf ein Umdenken und gehen davon aus, dass die Gespräche wieder aufgenommen werden”, sind die Erwartungen an den zukünftigen Bürgermeister Markus Fäßler hoch. Unbegründet sind die Hoffnungen nicht, wenn auch die Ausgangslage keine besonders gute ist. “Zehn Millionen Euro sind kein Pappenstiel”, sagt Fäßler im Interview bei “Vorarlberg live”. Der Bedarf an Wohnungen im Rohrbach sei allerdings unbestritten. “Ich hätte bei so einem Projekt aber gerne einen Anteil leistbares Wohnen dabei gehabt”, so der SPÖ-Politiker.
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Mit der Übernahme der Bürgermeister-Agenden werde er sich das Projekt genauer anschauen. “Ich muss mich da zuerst intensiv einarbeiten”, so Fäßler. Es gelte zu klären, welchen Bedarf es im Quartier gebe, etwa auch in Sachen Kinderbetreuungsplätzen. “Ob wir in ein 10-Millionen-Euro-Projekt einsteigen können, dürfte bei der derzeitigen finanziellen Lage schwierig werden.” Für Gespräche stehe er aber immer zur Verfügung.

Einfluss auf die Umsetzung des derzeit größten privaten Wohnbauvorhabens mit wird die Entscheidung keine haben. “Wir haben das Projekt bis heute in diese Richtung entwickelt und werden es auch wie geplant umsetzen”, sagt Wolfgang Müller. Allenfalls müsste es bei einem der Baukörper – eben jenem, der in viereinhalbjähriger Planungszeit gemeinsam mit der Stadt entwickelt wurde – Anpassungen geben, so der Swietelsky-Vorarlberg-Chef im Gespräch mit den VN.