Nachruf auf Heinrich Loibner: Wegbereiter der Digitalisierung

Mit 72 Jahren erlag Dipl.-Ing. Heinrich “Heinz” Loibner seiner schweren Erkrankung.
Von Ernest Enzelsberger
Feldkirch Am 21. März 2025 ist Dipl.-Ing. Heinrich („Heinz“) Loibner nach einer schweren Erkrankung mit 72 Jahren gestorben. Der gebürtige Steirer hat als Geschäftsführer der Vorarlberger Telekommunikationsgesellschaft (VTG) den Wirtschaftsstandort Vorarlberg auf dem Weg in das digitale Zeitalter maßgeblich mitgestaltet.

Loibner wurde am 11. März 1953 in St. Stefan ob Stainz in der Weststeiermark als Sohn eines Schreiners geboren und studierte an der Technischen Universität Graz. Nach seiner Graduierung zum Diplom-Ingenieur startete er am 1. Oktober 1977 bei der Firma Hirschmann in Rankweil ins Berufsleben. Das Unternehmen, in dem Loibner bis zum Bereichsleiter für Forschung und Entwicklung aufstieg, konzentrierte sich damals auf die Entwicklung und Produktion nachrichtentechnischer Geräte. Bei unserem letzten Treffen erinnerte sich Loibner: „Mein größter Erfolg war die Entwicklung eines Richtfunksystems, das zum erfolgreichsten Produkt des Konzerns wurde.“

Und weiter: „Nach 18 Jahren bei Hirschmann wurde mein Wunsch nach Veränderung stärker, und so gab ein Inserat in den Vorarlberger Nachrichten den Anstoß dazu, dass ich mich erfolgreich als Geschäftsführer der Vorarlberger Telekommunikationsgesellschaft (VTG) beworben habe.

Dabei ging es nach dem damaligen Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber darum, die Entwicklung der Telekommunikation in Vorarlberg zu beschleunigen. Und so wurden innerhalb von elf Jahren mit einem kompetenten Team viele neue Themen erfolgreich bearbeitet. Beispielsweise wurde das ,Corporate Network Vorarlberg‘ entwickelt, das die Bereiche öffentliche Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Blaulichtorganisationen miteinander vernetzt. Das war auch die Voraussetzung für das Projekt ,Digitale Verwaltung Vorarlberg‘.“

Zu Loibners Aufgaben gehörten auch noch Themen wie der Betrieb des Rechenzentrums, E-Government und Bewusstseinsbildung. Dazu kam als wichtiger Impuls für den Standort Vorarlberg die Förderung der Innovationstechnologien in den Schulen.
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Auf Grund seiner Kompetenz wurde Heinz Loibner 2006 von Bundesministerin Elisabeth Gehrer für sechs Jahre in den Österreichischen Fachhochschulrat berufen. Hofrat i. R. Dr. Hubert Regner, Vizepräsident dieses Gremiums von 2005 bis 2008 betont, dass Heinz Loibner neben seiner gewinnenden Persönlichkeit auch als Fachmann weit über Vorarlberg hinaus beliebt und bekannt war.

Auch Alt-Landesstatthalter Mag. Karlheinz Rüdisser unterstreicht, „dass wegweisende Projekte, z.B. im Bereich des Gesundheits- und Bildungswesens oder in der Ausstattung der mittleren und höheren Schulen Vorarlbergs mit einer zeitgemäßen Hard- und Software Loibners Handschrift tragen. Darüber hinaus hat sich dieser mit seinen Bemühungen um einen flächendeckenden Breitbandausbau über die Grenzen Vorarlbergs hinaus einen Namen gemacht.“
Am 1. Jänner 2007 gründete er die Heinz Loibner Unternehmensberatung für IT-Consulting und Wirtschaftsmediation. Viel Freude bereiteten dem Verstorbenen seine vier Töchter und vier Enkelkinder. Sehr wichtig waren für ihn auch Freundschaften und Netzwerke – ein Kreativstammtisch und Rotary Feldkirch sind Beispiele dafür.
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