Leserbrief: Crans-Montana – und bei uns?

Die Brandkatastrophe von Crans-Montana zeigt erneut, wie rasch Brände bei moderner Bauweise eskalieren können. Dämmmaterialien und enge Bebauung sind dabei bekannte Risikofaktoren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass konkrete Hinweise auf mögliche Brandschutzprobleme nicht immer zu einer tatsächlichen Prüfung führen – selbst dann nicht, wenn sie Anlass geben, eine Bauverhandlung zu unterbrechen. Wird ein Verfahren später beendet, scheint mitunter auch das Interesse an bestehenden Risiken zu enden. Dabei gilt: Ein bekanntes brandschutzrelevantes Risiko verschwindet nicht, nur weil kein Verfahren mehr läuft. Nach früheren Brandkatastrophen sollte man meinen, dass wir daraus gelernt haben. Umso mehr stellt sich die Frage, wie ernst Hinweise auf Brandschutzprobleme heute tatsächlich genommen werden. Crans-Montana sollte uns daran erinnern: Vorbeugender Brandschutz lebt nicht von Aktenvermerken, sondern davon, dass Risiken geprüft werden – rechtzeitig und konsequent.
Hans Mohr, Dornbirn