“Fräulein Else” und Holzinger bei Berliner Theatertreffen

13.01.2026 • 15:30 Uhr
"Fräulein Else" und Holzinger bei Berliner Theatertreffen
Florentina Holzinger ist bereits zum vierten Mal zu dem renommierten Theaterfestival eingeladen. APA/ROLAND SCHLAGER

Herausragende Inszenierungen des deutschsprachigen Raums auf der Gästeliste.

Berlin Die Volkstheater-Produktion “Fräulein Else”, die Festwochen-Koproduktion “Three Times Left is Right” von Julian Hetzel mit dem Schauspiel Leipzig und Florentina Holzinger sind zum 63. Berliner Theatertreffen eingeladen. Zum zweiten Mal in Folge ist die österreichische Choreographin Florentina Holzinger zum Berliner Theatertreffen eingeladen worden. Sie zeigt dort ihre bildgewaltige Bühnenproduktion “A Year without Summer”. Holzinger ist bekannt für spektakuläre Performances und sorgt seit Jahren für Aufsehen in der Theaterwelt. Ihre Produktion “A Year without Summer” handelt von Themen wie Selbstoptimierung und Unsterblichkeit. Das Ensemble unternehme “einen ebenso wilden wie ungemein luziden Ritt durch die Optimierungsgeschichte des Homo sapiens”, hieß es zur Begründung. Das Stück mit vielen Musical-Einlagen feierte im Mai seine Premiere an der Berliner Volksbühne. Vergangenes Jahr wurde Holzinger mit ihrer blutigen Opernperformance “Sancta” zum Theatertreffen eingeladen.


Zweimal in der Auswahl der zehn bemerkenswerten Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten ist Sebastian Hartmann. Der deutsche Regisseur wurde mit “Serotonin” nach Michel Houellebecq am Hans Otto Theater Potsdam sowie mit Carl Zuckmayers “Der Hauptmann von Köpenick” am Staatstheater Cottbus eingeladen. Beide Häuser sind damit erstmals beim Theatertreffen vertreten. Auch die Münchner Kammerspiele können sich über zwei Nennungen freuen: Jette Steckel ist mit ihrer Inszenierung von “Mephisto” nach Klaus Mann vertreten, Jan-Christoph Gockel, der diese Woche am Wiener Volkstheater “Ukrainomania” nach Joseph Roth herausbringt, kommt mit seiner monumentalen “Wallenstein”-Inszenierung nach Friedrich Schiller nach Berlin. Apropos Volkstheater: Dort war im Vorjahr auch die Tanzquartier-Koproduktion von Holzingers “A Year Without Summer” zu sehen, die zuvor an der Volksbühne Berlin Premiere gefeiert hatte. Die auch mit zwei Nestroy-Preisen für die Beste Regie und die Beste Hauptdarstellerin gewürdigte Produktion “Fräulein Else” zeigt das Volkstheater noch am 24. und 26. Februar.
Somit ist das Volkstheater nach “Change” (1979) und “humanistää!” (2022) zum dritten Mal beim “Gipfeltreffen” des deutschsprachigen Theaters vertreten. “Ich hab’ zum ersten Mal die Ehre am Berliner Theatertreffen spielen zu dürfen. Und das auch noch mit meinem Herzensprojekt ‘Fräulein Else’. Ich freu’ mich schon auf Berlin!” zeigt sich Julia Riedler, die vom Fachblatt “Theater heute” zur Schauspielerin des Jahres gekürt wurde, erfreut. Regisseurin Leonie Böhm ergänzt: “‘Fräulein Else’ ist für uns so wichtig und es ist so ein Geschenk, zu erleben, dass es anderen auch so geht. Ich freue mich ganz arg, dass wir eingeladen sind.”