“Das ist kein Dreck” – Feldkirch gräbt für die Zukunft und reißt dabei den Boden auf

10.02.2026 • 12:00 Uhr
"Das ist kein Dreck" – Feldkirch gräbt für die Zukunft und reißt dabei den Boden auf
Bertram Pacher nimmt einen Sack voller Bodenproben mit. VN/DJSHOM


13 Schürfschlitze liefern in der Feldkircher Innenstadt wichtige Daten für ein Großprojekt. Geologen sind auch vor Ort.

Darum geht’s:

  • Feldkirch untersucht Untergrund mit 13 Schürfschlitzen für Kanalsanierung.
  • Nachhaltiges Aushub- und Wassermanagement wird priorisiert.
  • Bauarbeiten führen zu Verkehrs- und Busumleitungen.

Feldkirch Was für Passantinnen und Passanten wie eine schlichte Baustelle aussieht, ist in Wahrheit ein präziser Blick unter die Oberfläche der Feldkircher Innenstadt. Von 9. bis 12. Februar werden insgesamt 13 sogenannte Schürfschlitze angelegt. Sie liefern die Grundlage für kommende Etappen der Kanalsanierung – und für ein nachhaltiges Aushub- und Wassermanagement.

Für den Umgang mit dem ausgehobenen Material ist Bertram Pacher von WPA Beratende Ingenieure vor Ort. “Für viele ist das einfach Steinsand und Dreck”, sagt er, “aber genau hier beginnt unsere Arbeit.” Pacher überwacht, welche Wege der Bodenaushub nehmen darf: Welche Materialien wiederverwertbar sind, was deponiert werden muss – und vor allem, dass alles umweltgerecht geschieht. “Es geht darum, genau hinzuschauen und sicherzustellen, dass nichts Unzulässiges passiert.” Der Schutz von Boden und Gewässern stehe dabei stets im Vordergrund.

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Der Aushub ist über 2 Meter tief und liefert wertvolle Daten. VN/DJSHOM

Geotechnische Erkundung

Parallel dazu untersuchen die Geotechniker den Untergrund. Christoph Dich von der Geotechnik Döns GmbH ist für die Baugrunderkundung zuständig. Die Innenstadt von Feldkirch sei geologisch komplex, erklärt er. “Wir haben hier sehr unterschiedliche Bodenaufbauten – von dichtem Material bis hin zu gut durchlässigen Schichten.” An einzelnen Stellen werden Sickerversuche durchgeführt, um die Versickerungsfähigkeit des Bodens zu prüfen. Diese sind Teil des sogenannten Schwammstadtprinzips, das künftig helfen soll, Starkregen besser aufzufangen.

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Die Aushubstellen werden dokumentiert. VN/DJSHOM

Dazu werden die Schürfschlitze mehrere Minuten lang mit Wasser befüllt – bis zu 20 Liter pro Sekunde, eingespeist über Hydranten und lange Feuerwehrschläuche. “So sehen wir, wie schnell und wie gut das Wasser im Untergrund verschwindet”, erklärt Dich. Überraschungen gehören dabei dazu: Aktuell wurde etwa eine alte, nicht eingezeichnete Leitung freigelegt, deren Verlauf nun überprüft wird.

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Die Baggerarbeiten in der Montfortgasse.VN/DJSHOM

Busse werden umgeleitet

Ziel der Maßnahmen ist es, den Mischwasserkanal bei Starkregen zu entlasten und die Innenstadt besser vor überlaufenden Kanälen und vollgelaufenen Kellern zu schützen. Während der Arbeiten kommt es zu umfangreichen Verkehrs- und Busumleitungen im Zentrum. Aufgrund der Straßensperren in der Innenstadt gilt von Montag, 9. Februar 2026, 5 Uhr, bis Freitag, 13. Februar 2026, 20 Uhr, eine Umleitung für die Buslinien 404, 405 sowie vereinzelte Fahrten der Linien 480 und 485.