“Es ist cool, dass man als Frau auch beim Heer arbeiten kann”

Viele Jugendliche ließen sich bei der 18. Jobmesse in der Fachhochschule in Dornbirn inspirieren.
Dornbirn Jemima hat schon eine ganze Handvoll Broschüren gesammelt. Die 19-jährige Schülerin der HTL Dornbirn schlendert interessiert von Stand zu Stand. Besonders angesprochen hat sie das Bundesheer. “Das war wirklich sehr interessant”, erzählt sie. Überrascht habe sie vor allem die Vielseitigkeit der Ausbildungsmöglichkeiten. “Ich finde es cool, dass man als Frau beim Bundesheer dieselben Berufe erlernen kann wie Männer. Man kann zum Beispiel Offizierin werden”, schwärmt sie. “Vielleicht wäre das ein passender Job für mich, auch wenn ich eigentlich eher in die kreative Richtung gehen möchte.”

Dass sich mehr junge Frauen für einen Job in diesem männerdominierten Bereich entscheiden, ist auch das erklärte Ziel des Bundesheeres. “Wir liegen erst bei rund zwei bis drei Prozent”, erklärt Oberst Michael Kerschat vom Militärkommando Vorarlberg. “Ziel ist es, dass wir die Quote auf mindestens zehn Prozent erhöhen. Die Jobmesse bietet uns die perfekte Möglichkeit, viele junge Leute anzusprechen.”

Bei der 18. Jobmesse präsentieren in der Fachhochschule Vorarlberg insgesamt 115 Unternehmen mehr als 1000 verschiedene Jobmöglichkeiten. Mit dabei ist auch die Katholische Kirche Vorarlberg. “Uns ist es wichtig, dass wir mit den Menschen ins Gespräch kommen und uns als Arbeitgeber präsentieren”, erzählt Personalreferentin Christine Vonblon. Mit über 60 Berufen und rund 600 Mitarbeitenden zählt die Katholische Kirche zu den größten Arbeitgebern im Land. Vielen sei das gar nicht bewusst, betont Vonblon. “Es gibt nicht nur Messner oder Priester.” Die Tätigkeitsfelder reichten von Kommunikation und Grafik über Verwaltung bis hin zu Buchhaltung und Lohnverrechnung.

Auch die Seniorenbetreuung Feldkirch ist mit einem Stand vertreten. Für das Team ist die Jobmesse vor allem eine Gelegenheit, Präsenz zu zeigen. “Es geht ums Sehen und Gesehenwerden. Wir wollen auf uns aufmerksam machen.” Gesucht werden Mitarbeitende in vielen Bereichen, von der Pflege über die Küche bis hin zur Reinigung. “Gerade in der Pflege ist die Situation momentan sehr angespannt. Der Teich ist ziemlich leergefischt”, sagt die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Janine Stroppa. Bei der Jobmesse erhofft sie sich, Menschen anzusprechen, die sonst mit dem Beruf nicht in Berührung kommen würden. “Wir freuen uns über Quereinsteiger. Immer wieder beginnt bei uns jemand als Heimhilfe oder in der Reinigung und arbeitet sich Schritt für Schritt in die Pflege vor”, erzählt Stroppa. “Es ist auf jeden Fall ein langfristig sicherer Arbeitsplatz.”

Annika (19) und Sofia (18) besuchen derzeit die HTL Dornbirn. “Der Schulabschluss rückt langsam näher, die Jobmesse bietet die ideale Gelegenheit, sich ein Bild von den Berufsfeldern zu machen”, erzählt Annika. Beide streben ein berufsbegleitendes Studium an.

Auf Jobsuche sind auch Ayleen (21), Sümeyye (21) und Sümyra (21). In einem Jahr schließen sie ihr Studium ab, doch der Einstieg ins Berufsleben gestaltet sich für die jungen BWL-Studentinnen schwieriger als gedacht. “Es ist gar nicht einfach, einen Job zu finden. Viele Unternehmen wünschen sich Personen mit Berufserfahrung”, sagt Sümeyye. Dem stimmt auch ihre Studienkollegin Sümyra zu. “Als Student bekommt man leider mehr Absagen als Zusagen.” Alle drei wollen in die Finanzbranche einsteigen, am liebsten schon auf Teilzeitbasis während des Studiums. “Doch der Arbeitsmarkt gestaltet sich aktuell leider schwierig”, sagt Ayleen. Gerade deshalb seien Infoveranstaltungen wie die Jobmesse wichtig. “Hier können wir persönlich mit Unternehmen sprechen und persönliche Kontakte knüpfen.”






