Grünes Licht für Lustenaus große Radbrücke in die Schweiz

24.03.2026 • 15:40 Uhr
Grünes Licht für Lustenaus große Radbrücke in die Schweiz
So soll die nun fix beschlossene Radbrücke von Lustenau nach Au vom Tessiner Architekt Giorgio Masotti aussehen. VLK/Illustration Masotti

Land gab “fünf vor zwölf” die benötigten Fördergelder frei. Baustart geplant in einem Jahr.

Lustenau, Bregenz Es wurde knapp. Doch letztlich folgte das Happy End. Kurz vor Ende der Deadline zur Mitfinanzierung durch Schweizer Stellen am 31. März, gab nun auch die Vorarlberger Landesregierung Fördergelder von Bund, Interreg und aus dem eigenen Budget für das Projekt Radbrücke Lustenau – Au frei. Das Budget in Höhe von 23 Millionen Euro steht, neun davon steuern die Eidgenossen bei, der Rest verteilt sich auf Interreg (2,5 Mio), Agglomeration (2 Mio), Bund (5,1 Mio), 2,8 Mio.) und Land (1,6 Mio).

Fischers Herzensprojekt

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Altbürgermeister Kurt Fischer hatte eine große Freude über den Finanzierungsbeschluss. In der Gemeinde stellte er sich mit einem Schweizer Schaumwein ein. Kurt Fischer

Die Radbrücke, circa 650 Meter südlich des Grenzübergangs Lustenau – Au, war ein Herzensprojekt von Altbürgermeister Kurt Fischer (62). Im Jahr 2011 fiel der Grundsatzbeschluss für deren Bau. Dementsprechend euphorisch war der Vorgänger von Patrick Wiedl über den Regierungsbeschluss zur Freigabe der Gelder im Land. Mit einer Flasche Schweizer Schaumwein stellte sich Fischer bei seinen ehemaligen Mitarbeitern ein, um die nun beschlossene Umsetzung entsprechend zu feiern.

Fischers Nachfolger Patrick Wiedl freut sich über die gelungene Finanzierung des Projekts. “Wir konnten 2,6 Millionen von der Interreg als EU-Förderung abholen. Damit war am Anfang nicht zu rechnen. Auch der Bund zahlte 1,1 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Und zwar deswegen, weil die Brücke als Leuchtturmprojekt eingestuft und dementsprechend gefördert wird”, teilt Wiedl mit.

Grünes Licht für Lustenaus große Radbrücke in die Schweiz
Patrick Wiedl freut sich über die ursprünglich nicht vorgesehenen Beiträge zur Finanzierung der Radbrücke. Klaus Hämmerle

Bauverzögerung

“Vor genau fünf Jahren, am 24. März 2021, mitten in der Corona-Zeit, erfolgte die Vergabe des Projekts an den Tessiner Architekt Giorgio Masotti”, erinnert sich Fischer.

Durch die Glücksfälle bei der Finanzierung kann nun auch ein Brückenschlag über die vielbefahrene L 203 errichtet werden. Aus Wiedls Sicht ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit in der verkehrsgeplagten Marktgemeinde.

Freilich verzögerte sich das Projekt um circa zwei Jahre. Der ursprüngliche Baubeginn war für Herbst 2025 vorgesehen. Historisch bemerkenswert. Am selben Standort wie die nun geplante Radbrücke befand sich die alte Oberfahrbrücke, die 1957 durch die jetzige große Rheinbrücke ersetzt wurde. Dass auch diese in den nächsten Jahren einem neuen Bauwerk wird weichen müssen, steht seit Längerem fest. Wegen Standort und Dimension gibt es darüber seit Jahren heftige Diskussionen.