Neues Hafenrestaurant für alle – “Wir wollen Gäste, die Lust auf ein Bier zu einem vernünftigen Preis haben”

Nach einer Millionen-Sanierung öffnet ein Bregenzer Sportverein bewusst seinen Gastrobereich. Mit bodenständiger Küche, neuem Konzept und einer klaren Botschaft.
Darum geht’s:
- Yacht Club Bregenz öffnet Restaurant für Öffentlichkeit.
- Umbau mit 2,1 Millionen Euro, modernisiert und funktional.
- Kulinarisch bodenständig, leistbare Preise ohne Exklusivität.
Bregenz Familien aus dem Dreiländereck flanieren gemütlich auf der Terrasse direkt am Wasser vom Yachtclub Bregenz. Die Kinder zählen zufrieden die Segelboote im Hafen und gleich kommt das Essen. “Früher hätten wir hier niemals reserviert, das war doch nur für Mitglieder”, sagt ein Gast. Doch genau das soll sich jetzt ändern.

Ein Hafenrestaurant für Alle
Der Yacht Club Bregenz öffnet sein Restaurant erstmals bewusst für die Öffentlichkeit. Was früher nur ein Ort für Mitglieder, Segler oder Regattateilnehmer war, wird nun nach einem Umbau für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Verein möchte nicht nur Insider bewirten. “Wir wollen Gäste, die Lust auf ein Bier zu einem vernünftigen Preis haben”, sagt Präsident Oliver Böhler.
“Wir haben sehr viel investiert und alles modernisiert”, so Böhler weiter. “Nur für die Mitglieder wäre das wirtschaftlich zu wenig.” Statt das Restaurant zu verpachten, betreibt der Verein die Gastronomie künftig selbst – ein bewusster Schritt, der auch mit der besonderen Lage direkt am Bodensee zu tun hat.

Tatsächlich hat das Klubhaus eine lange Geschichte. Errichtet in den 1950er-Jahren mit einfachen Mitteln, war es zuletzt in die Jahre gekommen. Über einen Neubau wurde jahrelang diskutiert, ein Architektenwettbewerb fand bereits statt. Doch steigende Baukosten, Pandemie und Zinsentwicklung machten die Pläne zunichte. “Ein Neubau war für uns als Sportverein nicht mehr leistbar”, so Böhler. Die Entscheidung fiel daher zugunsten einer umfassenden Sanierung und zwar mit einem sichtbarem Ergebnis.

Holz, klare Linien und viel Licht prägen nun das Innere, entworfen von den beiden Architekten Rieger und Schelling. Herzstück ist die neue, zentral platzierte Bar. “Die war früher ein Streitpunkt”, erzählt Böhler. “Die Architekten haben unser Klubleben analysiert und betont, dass die Bar in die Mitte gehört.” Ein Gedanke, der aufgegangen ist, denn heute ist sie Treffpunkt für Mitglieder und Gäste zugleich.

Auch funktional bringt die Öffnung Vorteile. Der Yachtclub ist regelmäßig Ziel von Seglern aus der gesamten Bodenseeregion. Bei Regatten und Hafentreffen kommen oft Dutzende Boote gleichzeitig nach Bregenz. “Die wollen natürlich auch essen”, sagt Böhler. Bisher war man auf externe Caterer angewiesen – nun soll ein eigenes Team für Kontinuität sorgen.
Gastronomie setzt auf Bodenständigkeit
Für die Gastronomie setzt der Klub auf Erfahrung: Das Sommerteam kommt von der Pfänderdohle. Betreiber Alexander Trinker unterstützt konzeptionell, das Personal wird direkt beim Verein angestellt. Eine Lösung, die beiden Seiten entgegenkommt – im Sommer am See, im Winter am Berg.

Kulinarisch bleibt man bewusst bodenständig. Geplant ist eine fixe Karte mit Klassikern wie Schnitzel, Salaten oder Pasta, ergänzt durch wechselnde Tagesgerichte. “Gut bürgerlich, aber frisch und sommerlich”, beschreibt Böhler das Konzept. Auch preislich will man sich klar positionieren: leistbar statt exklusiv.
Wir sind ein sehr engagiert gewachsener Klub
Mit einem Vorurteil möchte der Yachtclub aufräumen. “Viele glauben, das ist etwas Elitäres”, sagt Böhler. Tatsächlich sei der Klub historisch aus einem Bootsbesitzerverein entstanden – geprägt von Handwerkern, Familien und Generationen von Segelbegeisterten. “Bei uns ist jeder willkommen.”
Der Umbau hat rund 2,1 Millionen Euro gekostet, finanziert durch den Verein selbst, unterstützt von Förderungen der öffentlichen Hand. Nun soll sich die Investition langfristig tragen – nicht mit großen Gewinnen, sondern mit einem stabilen Betrieb.
Geöffnet ist das Restaurant vom 21. Mai bis Mitte September, jeweils von Donnerstag bis Sonntag. Rund 120 Sitzplätze stehen zur Verfügung, auch Veranstaltungen sind grundsätzlich möglich.