Becher statt Kübel: Änderungen bei beliebtem Ländle-Joghurt ab Juli

07.05.2026 • 15:56 Uhr
Becher statt Kübel: Änderungen bei beliebtem Ländle-Joghurt ab Juli

Vorarlberg Milch arbeitet weiter am Sortiment – neue Gebindegröße sorgt für Abschied von bekannter Familienpackung.

Feldkirch, Baden Neue Besen kehren gründlich. Im Zuge der Neuaufstellung des Vorarlberger Milchverarbeiters Vorarlberg Milch sind in den Monaten seit der Übernahme durch die NÖM, dem zweitgrößten milchverarbeitenden Unternehmen Österreichs, das Sortiment der Vorarlberger stark reduziert worden: von früher 57 beliebten Produkten auf aktuell 24 Produkte. Und das soll noch nicht das Ende der Neustrukturierung des Unternehmens und des Sortiments sein, wie aus dem Lebensmittelhandel zu hören ist.

Becher statt Kübel: Änderungen bei beliebtem Ländle-Joghurt ab Juli
Das Bio-Naturjoghurt von Vorarlberg Milch ist im bisherigen 1-kg-Gebinde besonders bei Familien beliebt. VN/Steurer

“Die Vorarlberger stehen zu ihrer regionalen Marke, das zeigen auch die neu eingeführten Produkte wie der Ländle Kefir und die Ländle Heumilch im Halbliter-Gebinde, die sehr beliebt sind”, lobt auf VN-Anfrage Spar-Österreich-Sprecherin Nicole Berkmann neue Produkte und die Markentreue der Konsumenten zum regionalen Anbieter. Doch offensichtlich verstehe man im Osten von Österreich unter Regionalität ganz was anderes als im Westen von Österreich. Deshalb verstehe man überhaupt nicht, dass nun auch das Ländle-Bio-Joghurt im 1-Kilo-Becher aus dem Programm genommen werden soll. “Dieses Bio-Joghurt ist besonders bei Familien sehr beliebt”, erklärt sie. “Für uns ist wichtig, dass in Vorarlberg regionale Produkte aus dem Land angeboten werden”, so Berkmann.

Ein Rätsel

Warum z. B. das stichfeste Ländle-Naturjoghurt aus dem Sortiment genommen wurde, sei für das Handelsunternehmen ein Rätsel, nimmt sie zu einem konkreten Produkt Stellung. Das bei Kunden sehr gut angenommene Produkt “müssen wir nun für die Vorarlberger Kunden von der Salzburg Milch beziehen.” Das sei zwar natürlich auch ein feines Produkt, aber halt nicht aus Vorarlberg. Über die Sinnhaftigkeit, Milchprodukte hin und herzufahren, ganz zu schweigen. Es sei für Spar einfach unerklärlich, dass es die zweitgrößte Molkerei Österreichs nicht schaffe, in Vorarlberg ein stichfestes Naturjoghurt zu produzieren.

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Vorarlberg Milch-COO Helga Stark: Das Ländle-BIO-Naturjoghurt gibt es künftig im 500-g-Becher. FA

Das muss auch im Licht der NÖM-Strategie für Vorarlberg betrachtet werden. Das Unternehmen mit Sitz in Baden bei Wien hat angekündigt, bis Jahresende 2026 rund sieben Millionen Euro in die Modernisierung insbesondere der Joghurt-Produktion zu investieren, wie erst vor Kurzem NÖM-Vorstand Josef Simon erklärte. Man investiere insbesondere in die Produktion im Bereich von Joghurt mit und ohne Frucht.

So sei bereits eine Million Euro in eine automatisierte Palettenanlage geflossen. Eine weitere Million Euro plane man unter anderem für neue Joghurt-Tanks ein, auch eine neue Becherabfüllanlage soll installiert werden, die zu 80 Prozent der Abpackung von Produkten für den Export diene. Rund 40 Prozent der bei Vorarlberg Milch produzierten Produkte sollen künftig direkt nach Italien gehen.

COO Helga Stark, operative Geschäftsführerin bei Vorarlberg Milch in Feldkirch, bestätigt auf VN-Anfrage, dass der – wie sie es nennt – “1-kg-Kübel” aus dem Kühlregal verschwindet. “Es erfolgt ausschließlich eine Anpassung des Verpackungsformats mit Anfang Juli”, konkretisiert sie die Pläne für das beliebte Joghurt. Statt des derzeitigen Gebindes werde “im Zuge umfangreicher Investitionen in moderne Produktionsanlagen das beliebte Ländle-Bio-Naturjoghurt künftig nicht mehr im bisherigen 1-kg-Kübel, sondern im 500-g-Becher angeboten”. Mit der Umstellung auf den neuen Becher setze Vorarlberg Milch auch ein klares Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Durch das neue Format könne der Kunststoffanteil reduziert werden. Es werde künftig auch ein moderner Stülpdeckel eingesetzt, wodurch Material effizienter genutzt werden könne.