Diese Frauen kochen, helfen, pflegen – und machen Dinge, die nicht im Vertrag stehen

11.05.2026 • 19:52 Uhr
Diese Frauen kochen, helfen, pflegen – und machen Dinge, die nicht im Vertrag stehen
Helga Schreiber (Mitte) kann sich keine bessere Betreuung vorstellen als Maria Alaksova (re.) und Tünde Boros (li.).Alexandra Serra

Warum die 24-Stunden-Betreuerinnen Maria Alaksova und Tünde Boros für eine 89-jährige Feldkircherin zum Glücksfall wurden.

Feldkirch „Sie tun alles für mich und behandeln mich wie eine Königin“, sagt Helga Schreiber (89) über ihre 24-Stunden-Betreuerinnen Maria Alaksova und Tünde Boros. „Ihr Einsatz geht weit über das Erwartete hinaus“, bestätigt auch die Tochter der pflegebedürftigen Frau Silvia Gabriel.

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Zwischen Tünde Boros (li.), Maria Alaksova (re.) und Helga Schreiber (Mitte) besteht ein familiäres Arbeitsverhältnis.Alexandra Serra

Unglaubliches Engagement

Alaksova (62) und Boros (48) wechseln sich bei der Betreuung von Schreiber ab: Jeweils vier Wochen arbeitet die eine, während die andere diese Zeit bei der Familie im Heimatland verbringt. Alaksova kommt aus der Zentralslowakei und Boros aus dem Herzen Rumäniens. Beide sind seit über zwei Jahren bei Schreiber tätig. „Ich komme jedes Mal gerne hierher“, sagt Boros. „Es ist wie ein zweites Zuhause“, fügt Alaksova hinzu.

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Tünde Boros (li.) und Maria Alaksova (re.) sprechen sich immer gut ab, sodass Helga Schreiber bei ihrem Dienstwechsel möglichst wenig Veränderung zu spüren bekommt.Alexandra Serra

Ihre Aufgabe besteht darin, Schreiber rund um die Uhr zu betreuen. Sie bieten Beschäftigung, etwa durch Spiele, und umfassende Unterstützung jeglicher Art, zum Beispiel bei der Körperpflege, beim Umziehen und beim Gehen. Außerdem kümmern sie sich um den gesamten Haushalt – von Staubsaugen und Wäschewaschen bis hin zu Kochen. „Ihr Essen schmeckt immer sehr gut“, betont Schreiber.

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Haushaltsarbeiten wie Kochen und Abwasch gehören zum Aufgabenbereich der 24-Stunden-Betreuerinnen. Alexandra Serra
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Maria Alaksova beim Staubsaugen. Alexandra Serra
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Helga Schreiber (li.) schätzt die Nähe und Wärme, die von den beiden 24-Stunden-Betreuerinnen ausgeht – hier Tünde Boros (re.) beim Haarekämmen. Alexandra Serra
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Helga Schreiber (re.) ist rund um die Uhr auf Unterstützung angewiesen – hier beim Gehen mit Maria Alaksova (li.). Alexandra Serra

„Aber sie machen noch ganz viele zusätzliche Dinge, die sie gar nicht machen müssten, zum Beispiel Gartenarbeit“, wirft Tochter Gabriel ein. Während Schreiber von früheren Betreuerinnen beim Fernsehen allein gelassen wurde, leisten ihr Alaksova und Boros Gesellschaft. Außerdem bieten sie Familienmitgliedern immer wieder an, zum gemeinsamen Essen zu kommen, da sie ausreichend gekocht haben. „Dieses Einbeziehen der Angehörigen stärkt das Miteinander enorm.“

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Silvia Gabriel (Mitte) meint, dass Maria Alaksova (li.) und Tünde Boros (re.) das Leben ihrer gesamten Familie in einer Weise bereichern, die nicht hoch genug geschätzt werden kann.Alexandra Serra

Enge Beziehung

Aufgrund einer komplexen und anspruchsvollen Pflegesituation sind in diesem Fall nicht nur Kompetenz und Respekt, sondern auch Empathie entscheidend. Maria Alaksova gelingt es dabei, nicht nur Schreiber dort abzuholen, wo sie es braucht, sondern auch deren Tochter. „Wenn ich auf Besuch bei meiner Mutter bin, sagt Maria immer mit einem Lächeln: ‚Wir schaffen alles‘“, erzählt Gabriel. „Diese positiven Worte hallen dann noch lange in mir nach.“ Für Alaksova ist es eine besonders wertvolle Arbeit: „Es ist bereichernd, wenn man das Leben anderer Menschen schöner machen kann.“

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Für Maria Alaksova (re.) ist die Arbeit bei Helga Schreiber (li.) wie ein zweites Zuhause.  Alexandra Serra

Als Schreiber länger im Krankenhaus lag, besuchte Tünde Boros sie täglich, obwohl dies eigentlich nicht zu ihren Pflichten zählte. „Das war für meine Mutter emotional sehr wichtig, weil es ihr den nötigen Halt gab“, erzählt Gabriel. „Mein Besuch hat nicht so viel gegolten wie der von Tünde“, fügt sie lachend hinzu. Als Schreiber dann zurück nach Hause kam, aber die vier Wände nicht mehr verlassen konnte, lud Boros Freundinnen der Pflegebedürftigen ein und backte für den Anlass Kuchen – alles auf Eigeninitiative. „Diesen Beruf macht man nur gut, wenn man ihn von Herzen macht“, sagt Boros.

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Tünde Boros (re.) hilft Helga Schreiber (li.) bei der Medikamenteneinnahme. Alexandra Serra

Der entscheidende Unterschied zur herkömmlichen Betreuung liegt bei Alaksova und Boros in der engen zwischenmenschlichen Beziehung zu Schreiber und ihren Angehörigen. Von allen Seiten fühlt sich diese Arbeitsverbindung wie Familie an.

Für ihr außergewöhnliches Engagement wurden Maria Alaksova und Tünde Boros gemeinsam als Preisträgerinnenduo mit dem Vorarlberger Pflegeaward 2026 in der Kategorie „Pflegende Angehörige und Betreuung daheim“ ausgezeichnet.

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