Othmar Moosbrugger: Vierfacher Weltmeister mit Herz für die Menschen

Othmar Moosbrugger machte sich als vierfacher Senioren-Ski-Weltmeister, Gründer des “Wäldertanzes” in Lingenau und Möglichmacher einen Namen.
Von Kristina Becker
Sulzberg Othmar Moosbrugger wurde am 14. Oktober 1938 in Sulzberg geboren und besuchte dort die Volksschule. Später war er als Kraftfahrer u. a. bei der Firma Pfanner in Lauterach und als Busfahrer bei der Firma Weiss in Bregenz angestellt. Im Jahre 1965 trat er in die Vorarlberger Illwerke ein, wo er u. a. in der Poststelle und bis zu seinem Ruhestand 1997 20 Jahre lang als Fahrer der Vorstände tätig war.

Bemerkenswerter noch als sein beruflicher Weg war allerdings sein sportlicher Erfolg. Insgesamt über 250 Pokale und zahlreiche Medaillen konnte er bei Skiwettbewerben erringen. Sein großer Erfolg zeigt sich mit 86 Einzelsiegen im Seniorenskilauf. Othmar war vierfacher Weltmeister und dreifacher Vorarlberger Seniorencup-Sieger, mehrfacher Senioren-Landesmeister und zweifacher Sieger des Weltcup-Super 40 in den Jahren 1980 und 1981. Viele seiner Leistungen sind bis heute anerkannt und wurden bundesweit mit Ehrungen gewürdigt, etwa durch die Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich.

Im Jahre 1977 gründete er den ersten “Vorarlberger Senioren-Rennkurs”, der drei Jahre in Schröcken, zwei Jahre in Warth und 16 Jahre in Mellau veranstaltet wurde. Dazu kamen in den Jahren 2000 bis 2012 die Organisation von 13 “Wintertraumwochen” in Au und Mellau sowie die Übernahme des Pensionisten-Tanznachmittags in Egg-Großdorf im Jahre 1988. 2015 gründete er den “Wäldertanz im Wäldersaal” in Lingenau.
Als Obmann des “Pensionistenverbandes Vorderwald” organisierte er 16 Jahre lang jährlich Fünf-Tages-Fahrten mit den Pensionisten im In- und Ausland. Seinem Einsatz ist es auch zu verdanken, dass Sulzberg 1998 die Auszeichnung als “Schönstes Blumendorf in Vorarlberg” zuteilwurde. Bei all diesen Engagements war ihm sein besonderes Organisationstalent von großem Nutzen.

Spendensammlungen für “Licht ins Dunkel” sowie für hilfsbedürftige Familien mit Kindern zeugen von Othmars sozialer Einstellung und seiner Liebe zu den Menschen. Auch die Renovierung der St.-Leonhard-Kapelle wurde erst durch eine von ihm aufgebrachte hohe Spendensumme ermöglicht. Mit unermüdlichem Einsatz sammelte Othmar auch Spenden, um älteren Mitmenschen Freude zu bereiten – speziell bei Veranstaltungen mit bekannten Musikern aus dem In- und Ausland.
Seine Familie, bestehend aus seiner Ehefrau und einer Tochter, war ihm immer sehr wichtig, und ohne ihre stete Unterstützung wären ihm alle seine Tätigkeiten niemals möglich gewesen. Sein allergrößtes Geschenk erhielt er mit der Geburt seines Enkels vor einem Jahr. Opa zu sein, bereitete ihm viel Freude. In seinen letzten Monaten betreuten seine Gattin und seine Tochter Othmar liebevoll zu Hause. Bis zum Schluss behielt er seinen klaren Kopf und seinen Humor: Noch wenige Stunden vor seinem Tod am 23. März lachte er herzlich bei einem Besuch seines Freundes Heinz. Er wird vielen als Ausnahmesportler, Organisationstalent und vor allem überaus vielseitiger und gutherziger Mensch in Erinnerung bleiben.
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