OECD-Beschwerde gegen Huber Holding: “Rufschädigung eines Unternehmens und seiner 1100 Mitarbeitenden”

Vorwurf bezieht sich auf 6,5 Millionen an Lohnschulden: Vorarlberger Unternehmen weist dies zurück.
Mäder, Bangkok Es ist ein Konflikt, der bereits seit mehreren Jahren brodelt. Der Vorwurf: Rund 900 Arbeiter der thailändischen Textilfirma Body Fashion seien gekündigt worden, ohne ausstehende Löhne und Abfertigungen erhalten zu haben. Die Rede ist von insgesamt 6,5 Millionen Euro.
In diesem Zusammenhang rückte auch die Vorarlberger Huber Holding AG in den Fokus. Hintergrund ist, dass laut der österreichischen Menschenrechtsorganisation Südwind der Unternehmer Robert Ng, Eigentümer von Body Fashion Thailand, zugleich Eigentümer und Vorstandsvorsitzender der Huber Holding AG ist.

Einmalige Subvergabe
Die Huber Holding betonte jedoch bereits mehrfach, dass Body Fashion Thailand kein Teil der Unternehmensgruppe sei. Zwischen den Unternehmen gebe es keine gesellschaftsrechtliche Verbindung. Man habe lediglich im Jahr 2020 im Rahmen einer einmaligen Subvergabe Ware über einen chinesischen Lieferanten bezogen, der wiederum mit Body Fashion zusammengearbeitet habe. Das Auftragsvolumen habe rund 166.000 US-Dollar betragen. Nach Angaben der Huber Holding wurde die Rechnung vollständig an den Lieferanten in China bezahlt, der seinerseits Body Fashion Thailand bezahlt habe.
Beschwerde eingereicht
Nun hat Südwind dennoch eine OECD-Beschwerde gegen die Huber Holding eingebracht, weil die offenen Forderungen bis heute nicht beglichen worden seien. “Es ist ein fatales Signal, dass trotz gerichtlicher Urteile Arbeiter immer auf die ihnen zustehenden Löhne und Entschädigungen warten müssen”, sagt Lena Gruber, Südwind-Sprecherin für Textil-Lieferketten.

Die Huber Holding weist die Vorwürfe weiterhin entschieden zurück. “Umgehend nach Bekanntwerden dieser vermeintlichen Vorwürfe hat die Huber Gruppe umfangreiche Untersuchungen in ihrer Lieferkette viele Jahre rückwirkend angestellt und die Ergebnisse veröffentlicht. Resultat: Es gibt keinen Zusammenhang der Huber Holding mit angeblichen Verletzungen von Arbeitnehmerrechten in Thailand. Die Faktenlage ist eindeutig und hat sich seit der Untersuchung auch nicht geändert”, sagt Dieter Bitschnau, Unternehmenssprecher der Huber Holding AG auf VN-Anfrage.
“Dennoch setzen die Aktivisten von Südwind die Rufschädigung des Vorarlberger Traditionsunternehmens und seiner 1100 Mitarbeitenden fort. Wir verurteilen diese erneuten Anschuldigungsversuche”, kritisiert er das Vorgehen von Südwind scharf.
Beschwerde wird geprüft
Wie es weitergeht? Die nationale Kontaktstelle der OECD, die in Österreich beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft liegt, hat nun drei Monate Zeit, die Zulässigkeit der Beschwerde zu prüfen.