Gestaltungsbeirat weg, Projekt her: So gibt es 90 Jobs in Lustenau

03.06.2026 • 16:30 Uhr
Gestaltungsbeirat weg, Projekt her: So gibt es 90 Jobs in Lustenau
Gerhard Fußenegger und Bürgermeister Patrick Wiedl (v. l.) mit den Plänen vor dem künftigen Betriebsstandort der EGD. VN/Bildstein

EGD-Bau im Millenniumpark hatte schwere Nuss zu knacken. Doch jetzt steht attraktivem Arbeitgeber nichts im Wege.

Darum geht’s:

  • Firmenbau in Lustenau sorgt für Diskussionen
  • Planänderungen verursachten Mehrkosten und Verzögerungen
  • Bürgermeisterwechsel erleichtert ursprüngliche Pläne der EGD

Lustenau Es ist ein stattlicher Bau, der im Lustenauer Millenniumpark bald unter der Adresse Millenniumpark 26 für regen Betrieb sorgen wird. Zufrieden steht Gerhard Fußenegger (48), Geschäftsführer der EGD Installations GmbH, gemeinsam mit Bürgermeister Patrick Wiedl (42) davor und blickt auf die Fassade. “Es hätte eine Klinkerfassade werden sollen, jetzt sind es halt nur Klinkerriemchen”, bemerkt Fußenegger. Was für einen Laien wenig bedeutungsvoll klingt und im optischen Erscheinungsbild kaum zu unterscheiden ist, war für Fußenegger einst eines von mehreren unangenehmen Themen.

Auftritt als Bittsteller

Vor gut einem Jahr trat Fußenegger mit seinen Plänen vor den Lustenauer Gestaltungsbeirat, der aus vier Architekten und zwei Vertretern der Gemeinde bestand. “Ich hatte damals das Gefühl, ich komme eher als Bittsteller denn als jemand, der einen Betrieb mit vielen Arbeitsplätzen in die Gemeinde bringt.” Fußenegger bekam vieles von dem zu hören, was den Experten nicht passte: Fassade, Eingangsbereich, fehlende architektonische Abstimmung der unterschiedlichen Gebäudeteile, Gestaltung des Grünbereichs rund um das Firmenhaus. “Meinen Architekten, den ich mitbrachte, haben sie gar nicht ernst genommen. Der tat mir richtig leid.” Trotzdem blieb Fußenegger frohen Mutes. “Wir haben uns dann auch irgendwie verständigt. Ich konnte von einigem, was sie als Verbesserungsvorschläge einbrachten, durchaus etwas abgewinnen.”

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So soll das Gebäude in fertigem Zustand aussehen. Rund 90 Personen werden dort einen Job bekommen.Bildstein Benjamin

Immer wieder betont der Geschäftsführer, dass er Architekten nicht schlecht machen möchte, von ihnen lernt, aber: “Es kann nicht sein, dass sie persönliche Befindlichkeiten über das Große Ganze stellen und dadurch ein Projekt hohen Investitionen erschweren und teurer machen.”

Mehrkosten drohten

Ein Nicken von Bürgermeister Patrick Wiedl begleitet die Ausführungen Fußeneggers. Als dieser das Hearing mit dem Lustenauer Gestaltungsbeirat verließ, war er trotzdem guten Mutes. Nur um zwei Wochen später eine unliebsame Überraschung zu erleben. “‚Abgelehnt‘, lautete die finale Antwort der Gestaltungsbeiräte. Die Planungen waren in rund 30 Ordnern festgehalten. Wir hätten alles wieder aufschnüren und ändern müssen, verbunden mit erheblichen Mehrkosten.”

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Mit dem Bürgermeisterwechsel von Kurt Fischer zu Patrick Wiedl wendete sich das Blatt. “Ich habe mich mit den Gestaltungsbeiräten unterhalten. Irgendwann kamen wir überein, dass wir den Beirat auflösen”, berichtet Wiedl. Für die EGD war das ein Segen. “Wir konnten den Bau so wie ursprünglich geplant umsetzen”, ist Fußenegger die Erleichterung noch heute anzumerken.

Gestaltungsbeirat weg, Projekt her: So gibt es 90 Jobs in Lustenau
Bildstein BenjaminBetont seinen Respekt vor Architekten. In Lustenau machten ihm jene vom Gestaltungsbeirat das Leben nicht leicht: Gerhard Fußenegger, Geschäftsführer der EGD

Willkommenes Job-Segment

Was beim EGD-Geschäftsführer als Erkenntnis der aufreibenden Zeit bleibt: “Ich bekam das Gefühl, dass Architekten mit Generalunternehmern und deren Planern nicht unbedingt eine Freude haben. Dass von denen Dinge nicht akzeptiert werden, die sie untereinander sehr wohl akzeptieren. Ich erwähne als Beispiel den damals kritisierten angeblich zu kleinen Eingangsbereich zu unserem Gebäude. Der war noch größer als jener zu einem von einem namhaften Architekten geplanten ähnlichen Gebäude. Bei dem gab es keine Einwände. Anwalt Karl Schelling hat mit seinen in den VN geäußerten Vorbehalten bei bestimmten Prozessen im Zusammenhang mit Bauprojekten absolut recht.”

Bürgermeister Wiedl ist froh, dass die EGD in etwa zwei Monaten ihren Betrieb aufnimmt. “Rund 90 Personen finden einen Job. Installateure, Handwerker. Ein Segment, das uns hier guttut.”

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