Diskriminierung? Drei Ärztinnen wehren sich gegen weniger Gehalt

02.07.2026 • 16:45 Uhr
Diskriminierung? Drei Ärztinnen wehren sich gegen weniger Gehalt
Ein neues Karrieremodell in den Spitälern soll Diskriminierungen künftig verhindern. Symbol VLKH

Drei Ärztinnen, gleiche Abteilung, weniger Gehalt als die Männer: Und das ausgerechnet in einem Betrieb des Landes.

Bregenz Drei Ärztinnen, die in einem Landeskrankenhaus arbeiten, haben sich an die Antidiskriminierungsstelle der Landesvolksanwaltschaft gewandt, weil sie gehaltsmäßig schlechter eingestuft wurden als ihre männlichen Kollegen. Landesvolksanwalt Klaus Feurstein stellte eine Diskriminierung fest und leitete eine Prüfverfahren ein, das aber nur zwei Medizinerinnen betraf. Eine Kollegin verzichtete darauf. Die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) reagierte noch vor dem offiziellen Einschreiten. Sie sagte den Ärztinnen eine Aufstufung sowie Nachzahlungen zu, die inzwischen erfolgten, teilweise über die Verjährungsfrist hinaus. Publik wurde der Fall im Volksanwaltsausschuss, wo quartalsmäßig der Zwischenbericht des Landesvolksanwalts erörtert wird. „Es gab eine sehr intensive Diskussion“, sagte SPÖ-Arbeitnehmersprecherin Manuela Auer. Dabei wollte sie es aber nicht belassen und richtete eine umfassende Anfrage an Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher.

Diskriminierung? Drei Ärztinnen wehren sich gegen weniger Gehalt
Landesvolksanwalt Klaus Feurstein fühlte der KHBG auf den Zahn. VN/Paulitsch

„Mut und Überwindung“

Manuela Auer spricht von einem schwerwiegenden Fall von Diskriminierung. Schockierend sei, dass diese in einem landeseigenen Betrieb erfolgte. „Dadurch stellt sich auch die Frage, inwiefern diese „klassische“ Form der Diskriminierung im Landhaus und den Betrieben des Landes generell noch gelebte Praxis ist.“ Laut Auer hat der Landesvolksanwalt von viel Mut und Überwindung gesprochen, die es braucht, um einen solchen Schritt zu gehen, zumal die beruflichen Konsequenzen schwer abgeschätzt werden könnten. Tatsächlich mussten die Frauen namentlich zu ihrer Beschwerde stehen, um ein Prüfverfahren zu ermöglichen. Die drei Ärztinnen arbeiten alle in der gleichen Abteilung.

Der vorliegende Fall zeige, wie dringend notwendig eine Lohntransparenz sei, um die Gehälter im eigenen Betrieb für alle nachvollziehbar darzustellen, insistiert Manuela Auer. Allerdings hatte sich Landeshauptmann Markus Wallner unlängst öffentlich gegen eine allfällige Richtlinie ausgesprochen, weil sie „bürokratisch“ sei. Die SPÖ verlangt jedenfalls „volle Transparenz und die Umsetzung aller Maßnahmen, die dazu beitragen, Diskriminierung zu beseitigen“. Entsprechend lang ist die Anfrage ausgefallen. Sie umfasst insgesamt 26 Punkte. „Wir wollen das genau wissen.“

Entschuldigung und Schadenersatz

Mit der Anpassung des Karrieremodells soll eine unzulässige Ungleichbehandlung der Vergangenheit angehören. Ärztinnen und Ärzte werden seit November 2025 nach Erreichung einer bestimmten Betriebszugehörigkeit automatisch bis zur Gehaltsklasse 23 hochgestuft. Dafür braucht es keine Zustimmung des Abteilungsleiters mehr. Für die betroffenen Ärztinnen soll es laut VN-Recherchen noch einen kleinen Schadenersatz für die erlittene Kränkung sowie eine Entschuldigung vonseiten der KHBG geben.