Als der Dachstuhl in Flammen stand, zählte jede Minute – Schaden in Millionenhöhe

21.07.2026 • 12:07 Uhr
Als der Dachstuhl in Flammen stand, zählte jede Minute – Schaden in Millionenhöhe
Hauseigentümer Bernhard Ölz von der Prisma Holding AG am Tag nach dem Großbrand. VN/DJSOHM

Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand der Dachstuhl bereits in Vollbrand. In der dicht verbauten Dornbirner Innenstadt begann ein Wettlauf gegen die Zeit.

Dornbirn Ein Brand mitten in der Dornbirner Innenstadt hat in der Nacht auf Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Rund 150 Einsatzkräfte rückten mit Vollalarm aus, nachdem bereits beim Eintreffen offene Flammen aus dem Dachstuhl des Gebäudes schlugen. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Am Gebäude dürfte allerdings ein Totalschaden entstanden sein.

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Einsatzleiter Sascha Unterkircher war die ganze Nacht lang wach. VN/DJSOHM

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Häuser rundum waren zu schützen

Kurz nach der Alarmierung war für Einsatzleiter Sascha Unterkircher klar, worauf es ankam: Nicht nur das brennende Haus musste gelöscht werden, sondern vor allem die dicht angrenzenden Gebäude mussten geschützt werden. “Das Problem war das dicht bebaute Stadtgebiet. Unsere erste Maßnahme war ein umfassender Löschangriff mit sogenannten Riegelstellungen, um die Nachbargebäude zu sichern”, schildert Unterkircher. Gleichzeitig durchsuchten Atemschutztrupps das Gebäude nach möglichen Bewohnern. Die Erleichterung folgte rasch: Das Haus war leer.

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Der Brandschutt säumt die Wege zwischen den Häusern. VN/DJSOHM

“Somit konnten wir uns vollständig auf die Löscharbeiten konzentrieren”, sagt der Einsatzleiter. Stundenlang kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen und löschten immer wieder aufflammende Glutnester. Auch am Morgen waren Feuerwehrleute noch vor Ort im Einsatz. Die Bilanz fällt dennoch ernüchternd aus: Der Dachstuhl sowie das gesamte Dachgeschoss wurden vollständig zerstört. Auch die darunterliegende Wohnung, die derzeit unbewohnt ist, wurde durch Löschwasser massiv beschädigt. Ebenso betroffen ist die Verkaufsfläche im Erdgeschoss.

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Vormittags wurden letzte Glutnester gelöscht. VN/DJSOHM

Eigentümer spricht von Schockerlebnis

Für Bernhard Ölz von der Prisma Unternehmensgruppe, den Eigentümervertreter des Gebäudes, war der nächtliche Anruf ein Schock. “Das einzige Glück im Unglück ist, dass niemand verletzt wurde. Das ist das Allerwichtigste”, sagt er. Das historische Gebäude sei allerdings nicht mehr zu retten.

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Das komplette Areal um die Baustelle ist abgesperrt. Geschäfte sind erreichbar. VN/DJSOHM

Ölz bedankt sich ausdrücklich bei allen Einsatzorganisationen: “Die Feuerwehr Dornbirn, Stadt- und Bundespolizei sowie das Rote Kreuz haben hochprofessionell gearbeitet. Ohne diesen Einsatz hätte die Situation deutlich schlimmer ausgehen können.”

Nun beginnt die aufwendige Sicherung des Gebäudes. Der Dachstuhl soll umgehend abgetragen werden, anschließend müsse das Haus umfassend saniert werden. “Wir werden alles daransetzen, dass dieser Platz in der Dornbirner Innenstadt wieder ein schönes Haus bekommt”, kündigt Ölz an.

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Vizebürgermeister Alexander Juen macht sich ein Bild vom schrecklichen Brand. VN/DJSOHM

Lob für das Ehrenamt

Auch Dornbirns Vizebürgermeister Alexander Juen hebt den Einsatz der Feuerwehr hervor. “Heute hat sich einmal mehr gezeigt, wie gut das System der freiwilligen Feuerwehr funktioniert”, sagt er. Innerhalb kürzester Zeit seien genügend Einsatzkräfte, Fahrzeuge und Spezialgeräte vor Ort gewesen.

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Besonders erleichtert zeigt sich der Vizebürgermeister darüber, dass die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen verhindern konnte. “Gott sei Dank wurden die angrenzenden Gebäude geschützt, und es ist kein Menschenleben zu Schaden gekommen.”

Die Stadt werde den Betroffenen nun bestmöglich Unterstützung anbieten. Für derartige Schadensereignisse gebe es eingespielte Abläufe innerhalb der Stadtverwaltung.

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Ambros Mayer führt eine Modeboutique direkt neben dem Brandobjekt. VN/DJSOHM

Nachbarn kommen mit einem blauen Auge davon

Unmittelbar neben dem Brandobjekt befindet sich die Modeboutique von Ambros Mayer. Als ihn in der Nacht Nachbarn per WhatsApp informierten, machte er sich große Sorgen. Am Morgen war zwar deutlicher Brandgeruch im Geschäft bemerkbar, größere Schäden blieben jedoch aus.

“Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen”, sagt Mayer. Gleichzeitig spricht er von einer “totalen Katastrophe” für die unmittelbaren Nachbarn. Trotz der laufenden Abbrucharbeiten hofft der Unternehmer, sein Geschäft bereits am Nachmittag wieder öffnen zu können.