Schuldenberatung auf Chefsuche

24.08.2026 • 16:30 Uhr
Schuldenberatung auf Chefsuche
Simone Strehle-Hechenberger war die letzte Leiterin der IFS-Schuldenberatung. Jetzt wird es länger dauern, bis ein Nachfolger feststeht.Mirjam Mayer

Aus “persönlichen Gründen” zog sich bereits bestellter Nachfolger von Simone Strehle-Hechenberger zurück.

Bregenz Die IFS-Schuldenberatung Vorarlberg mit Operationsbasis in Bregenz ist eine wichtige Einrichtung in der Sozialservice-Landschaft Vorarlbergs. Der Chefposten dort offenbar weniger. Seit dem Frühjahr ist diese Stelle vakant. Seit Simone Strehle-Hechenberger ihren Abschied vollzogen hat, sucht die Einrichtung einen Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin. Ein langjähriger Mitarbeiter der Schuldenberatung wurde Mitte Juni bereits als neuer Chef präsentiert. Doch nach nur kurzer Zeit legte der Mitarbeiter sein Amt “aus persönlichen Gründen” überraschend zurück.

Zurück zu den Klienten

Dass der Rücktritt des langjährigen Mitglieds der Schuldenberatung vom Chefposten ein Führungsstreit bei der Einrichtung zur Ursache hat, wird vonseiten der IFS-Schuldenberatung unmissverständlich dementiert. “Das ist nicht der Fall. Der vorgesehene neue Leiter ist nach kurzer Zeit für sich zur Erkenntnis gelangt, dass er sich in seiner Beratertätigkeit viel wohler fühlt. Er ist ein ausgezeichneter Klientenbetreuer und macht diesen Job sehr gerne. Wir zollen ihm für seine Entscheidung Respekt. Er bleibt ein wichtiges Mitglied im Führungsgremium der IFS-Schuldenberatung”, sagt Andrea Bachmayr-Heyda, die im Rahmen des Instituts für Sozialdienste die interimistische Leitung der Schuldenberatung übernommen hat.

Schuldenberatung auf Chefsuche
Die finanzielle Situation ist für nicht wenige Familien und Einzelpersonen in Vorarlberg prekär. Die Schuldenberatung hilft.Symbolbild Meznar

Empathie gewünscht

Mit der Neubesetzung des Chefpostens bei der Schuldenberatung wollen sich die Verantwortlichen Zeit lassen. “Wir arbeiten derzeit an den Ausschreibungsunterlagen. Die neue Führungskraft soll neben einschlägiger Berufserfahrung vor allem auch Empathie besitzen”, formuliert Bachmayr-Heyda die Anforderungen an den neuen Leiter/die neue Leiterin der Schuldenberatung. Man wolle sich bei der Suche Zeit lassen. “Qualität geht vor Tempo”, sagt Bachmayr-Heyda.

Zu tun gibt es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für die 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel. 3.351 KlientInnen wurden 2025 betreut, davon waren 945 Erstklienten. 1.713 Kinder zählten im Vorjahr zu den Mitbetroffenen der überschuldeten Erwachsenen, die sich einem Schuldenregulierungsverfahren zu stellen haben. Es deutet alles darauf hin, dass die Zahlen heuer nicht zurückgehen.