Leserbrief: Neues Naturschutzgesetz – geht’s noch?

Erfreulich ist, dass Vorarlberger Städte und Gemeinden an Projekten teilnehmen, die unser “Ländle” grüner, kühler und lebenswerter machen. Der heurige Sommer wird wohl keine Ausnahme bleiben. Solche Projekte bringen uns in die richtige Richtung. Würde man meinen. Wenn man sich allerdings die Novelle des Naturschutzgesetzes, die jetzt von der Vorarlberger Schwarz-Blauen Regierung in Begutachtung gegangen ist, genauer ansieht, ist nicht mehr viel des überstrapazierten Begriffes “Hausverstand” übriggeblieben. Anstatt zu überlegen, wie wir besser durch solche Sommer kommen, wie wir Hitzeschäden, Überschwemmungen besser in den Griff bekommen, macht die Regierung genau das Gegenteil. Sie erleichtert Bauvorhaben, indem sie künftig in den meisten Bauvorhaben keine naturschutzrechtlichen Verfahren und Bewertungen mehr zulässt. Parkplätze fallen teils aus den Genehmigungsverfahren heraus, können deutlich größer gebaut werden, an Bächen, Gewässern darf so nahe wie noch nie (5 m) gebaut werden. Geht’s eigentlich noch? Wo haben die Herren Gantner/Wallner/Bitschi diesen Sommer verbracht? Verantwortung zu übernehmen, heißt nicht, alles unter dem Deckmantel der Entbürokratisierung durchzudrücken. Hausverstand wäre gefragt! Verantwortung übernimmt man, wenn man an alle Generationen denkt, an die älteren Damen und Herren, an unsere Kinder und Enkelkinder! Und die wollen auch in Zukunft nicht die Sommer in klimatisierten Räumen verbringen!
Wolfgang Weber, Altach