Die Werkstatt für den guten Ton: Altacher Musikhandel baut sein Angebot aus

In der Werkstuba bieten Cedric Ender, Tim Jenewein und Georg Stadler nun auch Service und Reparatur von Blech- und Holzblasinstrumenten an.
Altach Wer ein neues Blech- oder Holzblasinstrument sucht, wird seit rund vier Jahren in der Stuba in Altach fündig. Cedric Ender, selbst begeisterter Tubaspieler, hat im Oberdorf einen Ort für Musiker geschaffen. Nun kommt zur Stuba die Werkstuba: In der neuen Meisterwerkstatt kümmern sich Tim Jenewein und Georg Stadler, die dort auf selbstständiger Basis arbeiten, um Service und Reparaturen.

Wie Autohaus ohne Werkstatt
“Der Bedarf war einfach vorhanden. Ein Musikhandel ohne Werkstatt ist wie ein Autohaus, das keine Werkstatt hat”, sagt Ender. Das Motto lautet auch hier: von Musikern für Musiker. Denn alle drei spielen selbst ein Instrument und sind in einem Musikverein aktiv.

Neben Service und Reparatur wird in der Werkstatt auch vergoldet und versilbert. Zudem gibt es eine eigene Serie einer Basstrompete, die nach individuellen Vorstellungen konfiguriert werden kann. “Das ist dann eine preisliche Frage. Aber viele kaufen auch ein Standardinstrument und lassen es anschließend in der Werkstatt adaptieren. Dann hat man das Beste aus beiden Welten”, sagt Ender, der auch Branchensprecher des Vorarlberger Musikinstrumentenhandels ist.

Geschäft statt Proberaum
Dass er sich vor vier Jahren selbstständig machen würde, war allerdings gar nicht geplant. “Das jetzige Geschäft war eigentlich als Proberaum konzipiert. Ich wollte dann eine neue Marke ausprobieren und bin dafür zu dem Hersteller nach Amsterdam geflogen. Dort hat er mich gefragt, ob ich nicht den Vertrieb übernehmen möchte.” Aus dem Proberaum wurde so ein Geschäft für Blech- und Holzblasinstrumente, “alles, was ein klassischer Musikverein oder auch Musikschulen brauchen”.

Und Musiker gibt es nach wie vor viele. “Nach aktuellen Zahlen spielen rund 8000 Menschen in Vorarlberg in Musikvereinen”, sagt Ender. Auch wenn es aufgrund von Pensionierungen weniger Musikfachgeschäfte als noch vor ein paar Jahren gebe, sei die Branche im Land durchaus lebendig.

Jahrgangslöcher
Große Trends wie in anderen Branchen gebe es bei Musikinstrumenten zwar weniger, dennoch lassen sich von Jahr zu Jahr Tendenzen beobachten. In den Musikvereinen gebe es etwa sogenannte Jahrgangslöcher. “Es kann zum Beispiel sein, dass in einem Jahr zehn Klarinettisten anfangen, aber keiner mit Tuba. Oder umgekehrt”, sagt Georg Stadler. Auch seltenere Instrumente wie das Fagott würden derzeit wieder häufiger gespielt.
Beim Alter der Instrumente spielt die Zeit indes eine untergeordnete Rolle. “Auch eine 140 Jahre alte Tuba ist nach wie vor absolut spielbar.” Umso wichtiger sei die richtige Pflege. Neben Verkauf und Werkstatt bietet das Team deshalb auch Workshops für Vereine an. “Bei Reinigungsworkshops zeigen wir, was man regelmäßig selbst machen kann”, sagt Ender. Ansonsten gelte es, das Instrument entsprechend zu behandeln. “Etwa bei hohen Temperaturen nicht im Auto lassen.”

Tag der offenen Tür
Einen Einblick in die neue Werkstatt und das Geschäft gibt es am Samstag, 19. September, von zehn bis 17 Uhr beim Tag der offenen Tür. Für musikalische Unterhaltung und das leibliche Wohl ist gesorgt. Die Einnahmen kommen einer Familie zugute, die ihren Vater viel zu früh verloren hat.

Mit Musik Paul, Färbers Musikladen und Zusammenklang sind auch drei weitere Musikfachhändler vor Ort. Der gemeinsame Auftritt ist für Ender ein Zeichen für den Zusammenhalt in der Branche. “Das ist uns untereinander wichtig und auch mit den Musikschulen, denn von ihnen hängt sehr viel ab, ob der Musikschüler im Internet oder im Handel kauft.”