So tickt der Mann, der Kultklub Schalke zur Austria bringt

Ein Lustenauer für Luschnou. Wolfgang Grabher, Sun Minimeal-Schöpfer, hat einen spannenden Berufsweg vorzuweisen.
Lustenau Am schönsten ist es doch immer zu Hause. Bei Mama Johanna (78) und Papa Arthur (85). Wenn ein zünftiger “Briend” (Jause) auf dem rustikalen Tisch des reich dekorierten Wintergartens im schmucken Haus der Familie Grabher in der Lustenauer St.-Antonius-Straße serviert wird. Da kann Wolfgang so richtig er selbst sein, seinen noch nicht korrumpierten Lustenauer Dialekt zelebrieren.
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“Wir haben ihn immer lassen”
Wolfgang Grabher, Schöpfer und Vermarkter jener nährstoffdichten Kleinmahlzeit mit der Bezeichnung Sun Minimeal, ist selten zu Hause. Das Leben hat den Unternehmer, dessen Produkt dem neuen Lustenauer Fußballstadion den Namen gegeben hat, schon vor vielen Jahren in die weite Welt hinausgetrieben. “Wolfgang hat schon immer getan, was er für richtig hielt. Wir haben ihn lassen”, sagt Papa Arthur mit einem Lacher über den Sohnemann. Wenn den etwas interessiert habe, sei er voll darin aufgegangen.
“Weißt du noch, wie ich einmal ein Moped bis zur letzten Schraube zerlegt und dann wieder zusammengebaut habe?”, erinnert Wolfgang seinen Vater an eine besondere Begebenheit in seiner Jugend. “Den konnten wir schon als Fünfjährigen oft stundenlang nur in Ruhe lassen. Es wurde ihm nie langweilig”, erzählt Mama Johanna.

Der Auszug in die Welt
Beim Luschnouar Bub deutete wenig auf eine schillernde Berufskarriere hin. Volksschule und Hauptschule in Lustenau, Lehre als Koch, Berufsschule in Schloss Hofen. Natürlich, einen Koch zieht es oft in die Fremde. Das tat es auch Wolfgang Grabher. Doch der junge Mann ging beruflich bald fremd. In Baden-Württemberg verdingte er sich kurzzeitig als Vertreter in der Versicherungsbranche, ehe ihn seine angeborene Neugier in die Welt der Medizintechnik trieb, wo er sich erfolgreich mit audiovisuellen Entspannungssystemen auseinandersetzte.
Die Faszination für Nachhaltigkeit führte ihn, den gelernten Koch, schließlich wieder in den Bereich Ernährung. Eine Antarktismission lenkte sein Interesse auf das Rezept für eine maximal nährstoffreiche Kost. “Ich schaffte es mit 1000 Kalorien auf den Mount Vinson, konnte jene eines Besseren belehren, die mich vorher für einen Spinner hielten.” Sun Minimeal stand ante portas.

Bei den “Malochern”
Sein Engagement für Schalke 04, wo Grabher im Aufstiegsjahr als Hauptsponsor auftrat, verhalf dem Produkt zu einem exponentiellen Anstieg der Bekanntheit. Mit modernsten Marketingmethoden möchte der 56-Jährige die kalorienarme, gleichwohl nährstoffreiche Kleinmahlzeit, die er im grenznahen Wolfhalden produzieren lässt, noch massiver unter ein ernährungsbewusstes Volk bringen.
3,5 Millionen Euro war ihm die Hauptsponsorentätigkeit beim “Malocher”-Klub Schalke im Vorjahr wert, ein wichtiger Unterstützer des nunmehrigen Bundesligisten bleibt Grabher weiterhin. Wie viel ihm der Stadionname der neuen Austria-Spielstätte wert ist, will er nicht verraten. Ob er einmal der neue Hauptsponsor der Austria wird? Grabher hält sich bedeckt. “Im Moment nicht. Da gibt es im Umfeld des Klubs zuerst wohl andere Möglichkeiten”, gibt sich der Unternehmer kryptisch. Ausschließen will er dennoch nichts.

Wolfgang und Amadeus
Dass er als echter “Luschnouar” bei den alteingesessenen Austrianern durchgeht, beweist ein Besuch am “Taverne”-Stammtisch im Stadion. Dort kommt es unter anderem zur Begegnung mit Alt-Präsident Hubert Nagel. Die Freude über den Stadiongeber ist in der fröhlichen Runde unverkennbar, den “Äouli”-Sprachtest als Erkennungsmerkmal eines echten Lustenauers braucht der Wolfgang dort gar nicht zu machen.
Die größte Freude steht Grabher noch in diesem Jahr als Privatmann bevor. Seine reizende Gattin Maike (36) erwartet im Dezember ein Baby. “Es wird ein Bub, und wir werden ihn Amadeus taufen.”
Wolfgang und Amadeus. Es bleibt originell in der Familie Grabher.