Kirche segnet zweite Liebe

Politik / 07.10.2013 • 21:48 Uhr

Erzdiözese Freiburg öffnet sich Wiederverheirateten Geschiedenen. Kirche geht neue Wege.

Freiburg. (VN-tm) Das Thema hat die Seelsorge in der Katholischen Kirche vielerorts gespalten: Dem Kirchenrecht zufolge bleiben wiederverheiratete Geschiedene von den Sakramenten ausgeschlossen. Schließlich gilt die Ehe nach katholischem Verständnis als unverbrüchlich. Aber auch in vielen Vorarlberger Pfarreien wird es längst anders gehandhabt. Jetzt weht der Wind „behördlicher“ Reform plötzlich aus Nordwesten.

Papst gab den Anstoß

Kaum hat Papst Franziskus anklingen lassen, dass er sich in dieser Frage von seiner Kirche mehr Barmherzigkeit erwartet, nimmt die zweitgrößte der 27 deutschen Diözesen den Ball auf. Freiburg verschickt dieser Tage eine entsprechende Handreichung an die Seelsorger. Die Diözese öffnet sich für die Menschen, die eine zweite Liebe gefunden haben. Sie lässt Geschiedene, die erneut heiraten, ab sofort zur Kommunion zu. Das Gleiche gilt für Taufe und Beichte.

Der Rektor des Seelsorgeamtes, Domdekan Andreas Möhrle, betonte, dass die Priester mit Betroffenen eine Reihe von theologisch fundierten Seelsorge-Gesprächen führen sollen. An deren Ende könne ein gemeinsames Gebet und ein Segen für die Wiederverheirateten Geschiedenen stehen. Auf alle bei Trauungen üblichen Riten werde bewusst verzichtet.

Im Kontakt mit Geschiedenen und zivilrechtlich Wiederverheirateten geht es nach Ansicht des Freiburger Seelsorgeamtes darum, „dass die menschenfreundliche und respektvolle Grundhaltung Jesu erfahrbar wird“. Auch angesichts hoher Scheidungsraten könne es sich die Kirche nicht mehr leisten, diese Menschen auszuschließen. ##Thomas Matt##