Wahlkrimi in Bregenz
Wenn es je einen Wahl-Thriller gegeben hat, dann war das bei der Bürgermeister-Direktwahl in Bregenz der Fall. Die Ausgangslage war laut einer Meinungsumfrage von Dr. Edwin Berndt ziemlich klar: „Kein gutes Klima für Linhart“ konnte man da als Prognose lesen, Bürgermeister Markus Linhart gab das Meinungsforschungsinstitut gerade noch 42 Prozent.
Der Wahltag schien diese Aussage am Anfang fast zu bestätigen, Linhart pendelte ab etwa 13.30 Uhr bei den langsam eintrudelnden Ergebnissen der einzelnen Wahlsprengel bei etwa 45 Prozent. Es gab leichte Korrekturen nach oben, dann wieder nach unten – die absolute Mehrheit für die Bürgermeisterwahl schien in weiter Ferne. Ab 14.30 Uhr aber, mit fast jedem weiteren Wahlsprengel, verbesserte sich der Wähleranteil für den Bregenzer Bürgermeister der letzten 17 Jahre. Es wurde knapper und knapper, die wenigen Besucher im Bürgermeisterzimmer pendelten zwischen Bangen und Hoffen. Immer näher rückten die 50 Prozent, aber trotzdem schienen sie fast unerreichbar. Schließlich fehlte nur noch ein Sprengel, die Fluh. Und Linhart stand bei 49,6 Prozent. Da konnte selbst ein gutes Ergebnis die Wende kaum mehr bringen. Und dann ein lauter Schrei: „50,02 Prozent“ – das schier Unmögliche war eingetroffen. Mit einer Mehrheit von drei Stimmen (noch ohne Bestätigung der Wahlbehörde). Knapper geht’s nicht mehr. Aber so ist die Demokratie: Mehrheit ist Mehrheit.
Kommentar