Liechtenstein feiert 25 Jahre bei UNO

Politik / 27.11.2015 • 22:37 Uhr
Der stellvertretende Generalsekretär der Vereinten Nationen, Jan Eliasson, referierte in Schaan. Foto: Michael Zanghellini
Der stellvertretende Generalsekretär der Vereinten Nationen, Jan Eliasson, referierte in Schaan. Foto: Michael Zanghellini

1990 wurde das Fürstentum das 160. Mitgliedsland der Vereinten Nationen.

schaan. „Heute, genauso wie früher, gilt, dass die UNO nur so gut sein kann wie ihre Mitgliedsländer. Sie reflektiert die Spannungen und Krisen, die in der Welt passieren“, sagt die ehemalige liechtensteinische Botschafterin Claudia Fritsche im VN-Gespräch. Liechtentein hat seine diesjährige 25-jährige UNO-Mitgliedschaft am Freitagabend in Schaan gefeiert. Fritsche war eine der Rednerinnen, die im Veranstaltungszentrum SAL über den UN-Beitritt Liechtensteins refereriert hat.

„Souveränität absichern“

Die 63-Jährige war von 1990 bis 2002 UNO-Botschafterin, den Beitritt Liechtensteins zur UNO hat sie noch in guter Erinnerung. „Damals ist es in erster Linie darum gegangen, die staatliche Souveränität Liechtensteins abzusichern“, sagt die Diplomatin. Zurückblickend auf die letzten 25 Jahre habe sich das Fürstentum in seiner Arbeit in der UNO in erster Linie auf die Bereiche Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, die Weiterentwicklung des Völkerrechts, der internationalen Strafgerichtsbarkeit und nicht zuletzt auf die Reform der UNO konzentriert, erklärt die 63-Jährige, die heute das Amt der Botschafterin Liechtensteins in den USA inne­-hat.

Fritsche sieht in der Reform des Sicherheitsrates eine der großen aktuellen Herausforderungen. „Sie wäre notwendig, denn die Zusammensetzung, zum Teil auch die Arbeitsweise und ganz sicher der Entscheidungsmechanismus des wichtigsten UNO-Gremiums, entspricht nicht mehr der heutigen geopolitischen Realität.“

Mit Jan Eliasson, dem stellvertretenden UNO-Generalsekretär aus Schweden, kam auch ein hochrangiger UN-Vertreter ins Fürstentum. Er sprach zum Auftakt der Veranstaltung anlässlich des bereits 70-jährigen Bestehens der Vereinten Nationen über die Herausforderungen für Frieden, Entwicklung und Menschenrechte.

Neben Eliasson referierten unter anderen auch der ehemalige UNO-Botschafter Österreichs und jetzige OSZE-Sonderbeauftragte für die Ukraine, Martin Sajdik, Alt-Regierungschef Hans Brunhart, Erbprinz Alois von Liechtenstein und zahlreiche weitere Gäste im SAL.

Die UNO kann nur so gut sein wie ihre Mitgliedsländer.

Claudia Fritsche