ELGA steht in den Startlöchern

Politik / 13.01.2017 • 22:22 Uhr
Mit ELGA kann der behandelnde Arzt Gesundheitsdaten und Befunde seiner Patienten abrufen.   Foto: APA
Mit ELGA kann der behandelnde Arzt Gesundheitsdaten und Befunde seiner Patienten abrufen.   Foto: APA

Ab Februar im Dornbirner Spital, Landeskrankenhaus Hohen­ems folgt wohl im Mai.

schwarzach. Bald ist es so weit: Die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) startet  in Vorarlberg. Den Anfang macht das Krankenhaus der Stadt Dornbirn, schrittweise folgen die anderen Spitäler. „Im Frühjahr 2018 sind dann voraussichtlich alle Vorarlberger Krankenhäuser an ELGA angeschlossen“, sagt Sebastian Wöß von der Abteilung Gesundheit und Sport im Land Vorarlberg. 

Vorbereitungen seit April

ELGA ist ein Informationssystem, das Patienten und Ärzten Zugriff auf Entlassungsbriefe, Labor- und Radiologiebefunde und zukünftig durch E-Medikation auf eine Liste der verschriebenen Medikamente bringt. Ziel dabei ist, die nötigen Vorinformationen überall zur Verfügung zu stellen, wo der Patient gerade behandelt wird. Die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) ist vonseiten des Landes damit beauftragt worden, einen „ELGA-Bereich“ für alle öffentlichen Krankenhäuser technisch aufzubauen. Bereits seit April 2016 arbeiten Verantwortliche mit externen Partnern am ELGA-Aufbau für den stationären und ambulanten Bereich, heißt es vonseiten der KHGB. In den fünf Landeskrankenhäusern erfolgt derzeit gleichzeitig die schrittweise Umstellung auf ein neues Krankenhausinformationssystem, die Anbindung an den ELGA-Bereich ist ein Teil davon. Voraussichtlich im Mai 2017 kann das Hohenemser Spital dann als erstes Landeskrankenhaus mit ELGA starten. Die ELGA-Umsetzung erfolgt schrittweise. Im Dornbirner Spital werde mit dem pflegerischen Entlassungsbrief als erstem ELGA-Dokument begonnen, berichtet Wöß. Danach folgen der stationäre Entlassungsbrief und schließlich die Radiologiebefunde. Sie werden bei der jeweiligen Abfrage zusammengesucht und angezeigt. „Die Daten bleiben aber bei den Krankenanstalten, es erfolgt keine zentrale Speicherung“, stellt Pia Dragon, Sprecherin der ELGA GmbH, klar.

Nach den Ausbauschritten in mehreren Bundesländern im Vorjahr starten heuer neben Vorarlberg auch Niederösterreich und das Burgenland mit ELGA. Ursprünglich war der Auftakt im Land im Herbst 2016 angesetzt. „Es hat sich verzögert, weil alles sauber umgesetzt werden soll“, sagt Wöß.

Streit um E-Medikation

Verzögern dürfte sich auch die weitere ELGA-Ausweitung auf den niedergelassenen Bereich. Grund dafür ist der Streit zwischen Ärztekammer und Sozialversicherung um die sogenannte E-Medikation. Hierfür werden die von Ärzten verordneten und in Apotheken abgegebenen Medikamente in einer E-Medikationsliste ein Jahr lang elektronisch gespeichert. Es gab zwar einen Probebetrieb im steirischen Deutschlandsberg. Seitens des Gesundheitsministeriums ist die österreichweite Einführung aber erst dann vorgesehen, wenn sich die Applikation der Sozialversicherung ohne Probleme in die Ordinationssoftware der Ärzte einbinden lässt. „Das Thema E-Medikation ist noch Gegenstand politischer Verhandlungen“, erklärt Dragon. Technisch sei man weit vorangekommen.

Die Patienten müssen nicht an ELGA teilnehmen. Wer sich abmelden möchte, kann das online über das ELGA-Portal oder schriftlich über die ELGA-Widerspruchsstelle machen. Österreichweit hätten sich rund 250.000 Menschen abgemeldet, die Zahl sei aber abgeflaut, sagt Dragon. Von der früheren Kritik sei nicht mehr viel bemerkbar, viele Menschen, die sich abgemeldet hätten, machen diesen Schritt ihren Angaben zufolge wieder rückgängig. Im Zuge der Verhandlungen um den Finanzausgleich haben sich Bund, Länder und Sozialversicherung im Rahmen einer 15a-Vereinbarung nun darauf geeinigt, dass für den ELGA-Ausbau bis 2020 41 Millionen Euro zur Verfügung stehen.