Österreich: ÖVP siegt mit Rekordvorsprung vor SPÖ – Konservative und Sozialdemokraten verlieren Mehrheit im EU-Parlament

Politik / 27.05.2019 • 00:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Innenminister Eckart Ratz verkündete am Sonntagabend das vorläufige Ergebnis. APA
Innenminister Eckart Ratz verkündete am Sonntagabend das vorläufige Ergebnis. APA

Die ÖVP hat die EU-Wahl vom Sonntag mit großem Abstand vor der SPÖ gewonnen.

Wien Innenminister Eckart Ratz hat Sonntagnacht das vorläufige Endergebnis der EU-Wahl verkündet. Es enthält die Stimmen der Urnenwähler, die sie am Sonntag im eigenen oder (per Wahlkarte) in einem fremden Wahllokal persönlich abgegeben haben. Klarer Wahlsieger ist die ÖVP mit 35,4 Prozent. Weit dahinter landete die SPÖ mit 23,6 und noch weiter hinten die FPÖ mit 18,1 Prozent.

Die Grünen hielten sich – nachdem sie 2017 aus dem Nationalrat geflogen waren – mit 13,1 Prozent überraschend klar im EU-Parlament. Auch die Neos werden mit 8,2 Prozent weiter im EU-Parlament vertreten sein. Für EUROPA Jetzt reichten 1,0 Prozent nicht, auch die KPÖ lag mit 0,8 Prozent weit unter den für ein Mandat erforderlichen beinahe fünf Prozent.

Die ÖVP wird künftig zwei EU-Parlamentarier mehr – insgesamt sieben – stellen, die SPÖ weiterhin fünf, die FPÖ drei (minus einen), die Grünen zwei (minus einen) und die NEOS weiterhin einen. Österreich kann vorerst wieder 18 EU-Mandate vergeben, mit dem Brexit kommt ein 19. dazu.

Wahlbeteiligung deutlich gestiegen

Die Wahlbeteiligung ist deutlich gestiegen und lag laut der ARGE Wahlen bei 58,8 Prozent. Die Hochrechnung (Auszählungsgrad 100 Prozent) beinhaltet auch schon eine Briefwahl-Schätzung. Die Stimmen der Briefwähler werden ja erst am Montagabend ausgezählt und sind im vorläufigen Endergebnis von Sonntagabend noch nicht enthalten.

Der Abstand zwischen Wahlsieger ÖVP und der SPÖ erhöhte sich in der Hochrechnung gegenüber der 17.00 Uhr-Trendprognose von ARGE Wahlen, SORA und Peter Hajek für die APA, den ORF und ATV sogar noch ein wenig: Die ÖVP konnte von den innenpolitischen Turbulenzen der letzten Woche profitieren und legte gegenüber der Wahl 2014 um 8,4 Prozentpunkte zu, der Vorsprung zur SPÖ beträgt demnach 11,9 Prozentpunkte. Die Sozialdemokraten verloren gegenüber der EU-Wahl von 2014 sogar ein wenig. Das Minus von rund 0,6 Prozentpunkten brachte mit 23,5 Prozent das schlechteste Ergebnis der SPÖ auf Bundesebene überhaupt.

APA
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