Nationalratsabgeordnete mit insgesamt 1.016 Nebenjobs

Politik / 25.11.2019 • 08:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Jeder der 183 Nationalratsabgeordneten hat durchschnittlich mehr als fünf meldepflichtige Nebenjobs und Funktionen. Das geht aus der Sonntag veröffentlichten Transparenzliste des Parlaments hervor. Drei Viertel davon sind ehrenamtliche Funktionen in Parteien, Vorfeldorganisationen, Vereinen und Verbänden. In Summe bekleiden die Abgeordneten 1.016 Nebenjobs und Funktionen.

Abgeordnete erhalten 8.931 Euro brutto vom Staat. Wer weitere bezahlte Jobs ausübt, muss das melden. Meldepflichtig sind auch leitende ehrenamtliche Funktionen. Die genaue Höhe der Zusatzeinkommen ist zwar nicht öffentlich. Allerdings wird einmal jährlich die Gesamtsumme annäherungsweise (in fünf Kategorien) offengelegt. Für die neu gewählten Abgeordneten läuft diese Meldefrist bis 30. Juni 2020.

Dennoch meldeten bis zum Wochenende bereits 104 Abgeordnete ihre Einkommenskategorie für 2019. Davon fallen sechs Mandatare in die höchste Kategorie 5 – sie verdienen monatlich also über 10.000 Euro brutto zusätzlich: die ÖVP-Abgeordneten Peter Haubner, Hans Stefan Hintner und Christian Stocker, die FPÖ-Politiker Hubert Fuchs Gerhard Kaniak und der NEOS-Abgeordnete Helmut Brandstätter. Am anderen Ende der Skala haben 33 Mandatare angegeben, gar keine Nebeneinkünfte zu beziehen. Insgesamt 79 Abgeordnete haben ihre Einkommenskategorie noch nicht beziffert.

Freilich sind auch von die Abgeordneten ohne Nebeneinkünfte die wenigsten ausschließlich als Abgeordnete tätig. In Summe haben die 183 Abgeordneten laut einer von der APA durchgeführten automatisierten Datenauswertung 1.016 aufrechte Nebenjobs und Funktionen gemeldet, davon drei Viertel ehrenamtlich.

Spitzenreiter sind die ÖVP-Abgeordnete Elisabeth Scheucher-Pichler mit 22 und ihre Parteikollegin Carina Reiter mit 21 aufrechten Funktionen. Allerdings gibt es auch elf Abgeordneten ohne meldepflichtige Zusatzaufgaben. Darunter die frühere ÖVP-Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, die frühere SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, der Grüne Lukas Hammer und die aus der FPÖ ausgeschlossene „wilde“ Abgeordnete Philippa Strache.