Hard hat abgestimmt: Klares „Nein“ zum Durchstich

Politik / 01.12.2019 • 15:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Harder Bürgermeister Harald Köhlmeier bei der Präsentation des Ergebnisses am Sonntagnachmittag. VN/SAMS

Die Harder haben entschieden: 80,72 Prozent (3923 Stimmen) der Wahlberechtigten sprachen sich gegen den Hafendurchstich aus, 19,28 Prozent (937 Stimmen) dafür. Die Wahlbeteiligung lag bei 48 Prozent.

Hard Während in Altach heute der Kiesabbau am Prüfstand steht, geht es in Hard um das „Leitbild zur Hafen- und Ufergestaltung 2030“. 10.106 Harder Stimmberechtigte waren in der Volksabstimmung aufgerufen ihre Stimme abzugeben. Es ging um die Frage, ob die Gemeinde den Durchstich zwischen dem Zoll- und dem Sporthafen schaffen soll („Soll die Marktgemeinde Hard im Zuge der Umsetzung des ‚Leitbilds zur Hafen- und Ufergestaltung 2030‘ eine neue Wasserfläche [Durchstich] zwischen dem Zoll- und dem Sporthafen schaffen?“).

Die Ergebnisse im Detail nach Wahlsprengel. VN/Haller

Das Ergebnis liegt nun vor: 4870 Harder haben abgestimmt, das entspricht einer Wahlbeteilgung von 48 Prozent. 19,28 Prozent (937 Stimmen) haben für den Durchstich gestimmt, eine klare Mehrheit von 80,72 Prozent (3923 Stimmen) hat sich dagegen ausgesprochen. „Dass ein großer Teil der Bevölkerung in einer Sachfrage anderer Meinung ist, sehe ich nicht als Niederlage, sondern als aktive wichtige Einbindung aller Interessen“, sagte Bürgermeister Harald Köhlmeier (ÖVP) bei der Ergebnispräsentation. „Ich finde es schade, mit welcher Schärfe und Unsachhlichkeit teilweise über das Leitbild und einzelne Aspekte diskutiert wurde. Das tut unserer Gemeinde und auch der Sache an sich nicht gut.“ Köhlmeier hoffe, dass nun an einem Strang gezogen wird , „um gemeinsam die beste Lösung für Hard zu finden.“ Die Opposition – Eva Hammerer (Grüne), Martin Staudinger (SPÖ), Anton Weber (Harder Liste) begrüßten in einer ersten Reaktion das Ergebnis der Volksabstimmung. Nun gelte es, dringend notwendige Bauten am Standbad und am Thaler-Areal anzugehen und vor allem die Bevölkerung von Beginn an einzubinden. Auch der Freiheitliche Matthias Lexer zeigt sich mit dem Ergebnis der Volksabstimmung höchst zufrieden.

Die Ergebnis-Präsentation zum Nachhören. VN
Eva Hammerer (Grüne) zeigte sich im VN-Gespräch zufrieden mit dem Ergebnis. VN/Sams
Eva Hammerer (Grüne) zeigte sich im VN-Gespräch zufrieden mit dem Ergebnis. VN/Sams

Die Oppositionsparteien Grünes Hard, Harder Liste und SPÖ kritisierten die Pläne im Vorfeld der Abstimmung. Sie warfen Bürgermeister Harald Köhlmeier (ÖVP) vor, dass die rund 9000 Quadratmeter große Fläche nur deshalb weggebaggert wird, damit die beiden Museumsschiffe „Österreich“ und „Hohentwiel“ einfahren können. Damit handle er gegen den Willen der Bürger, die sich bei der Volksabstimmung vor knapp zwei Jahren mit 92,95 Prozent gegen Großschiffe im Binnenbecken ausgesprochen haben.

Gegner des Durchstichs hinterließen auf der betreffenden Fläche, die im Zuge des Durchstichs weggebaggert werden soll, eindeutige Botschaften: „Trauerweide stehen lassen“, lautete etwa eine Botschaft, die mit Straßenkreide VN/Halleraufgemalt wurde.

Köhlmeier wiederum betonte vor der Volksabstimmung, dass die Verlegung der beiden Schiffe nicht im Vordergrund der Hafenneugestaltung stehe. Die zusätzliche Wasserfläche habe den Zweck, den heutigen Seepark zum zentralen Dreh- und Angelpunkt des Hafenquartiers zu machen. Damit würden die Funktionen zwischen Binnenbecken und Strandbad von jenen des Hafens entflochten, betonte er. VN-MIH, MIP

Geht es nach der Harder Bevölkerung, müssen diese Grünfläche samt Minigolfplatz (im Hintergrund) dem Durchstich nicht weichen. VN/Haller
Befürworter des Durchstichs – bei diesem Plakat die Wirtschaftsgemeinschaft Hard – mobilisierten im Vorfeld mit Plakaten. VN/Haller
In Hard scheiden sich die Geister bei der Frage zu dem Durchstich zwischen Zoll- und Sporthafen. VN/Haller