Schüler fordern Feedbackpflicht

Politik / 26.02.2020 • 08:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das Bildungsministerium arbeitet aktuell an einem neuen Feedbacksystem. Ziel ist eine verpflichtende schulinterne Evaluierung an jedem Standort. <span class="copyright">Apa</span>
Das Bildungsministerium arbeitet aktuell an einem neuen Feedbacksystem. Ziel ist eine verpflichtende schulinterne Evaluierung an jedem Standort. Apa

Landesschulsprecherinnen wünschen sich bessere Feedbackkultur an Vorarlberger Schulen.

wien Sternchen an Lehrer zu vergeben, ist eindeutig zu wenig. Das glaubt nicht nur Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Auch die Vorarlberger Landesschulsprecherinnen Katja Spatzek (AHS) und Laura Bayer (BMHS) sind dieser Meinung. Von der App „Lernsieg“ halten sie wenig. Vielmehr sprechen sie sich für ein umfassendes Feedbacksystem aus, das an allen Schulen verpflichtend werden soll.

360 Grad statt Sternchen

Das Programm „Lernsieg“ wurde von dem 19-jährigen Benjamin Hadrigan entwickelt. Dort können rund 90.000 Pädagogen in verschiedenen Kategorien bewertet werden. Spatzek ist überzeugt: „Die App erhöht die Gefahr von Cybermobbing an Lehrpersonen.“ Das Feedback habe im Internet nichts verloren. Schließlich solle es schulinterne Veränderungen bewirken. Auch Bayer hält fest: „Wichtig ist, dass es sich um konstruktives und fundiertes Feedback handelt.“ Sternchen führten nicht zum Ziel.

Minister Faßmann spricht sich ebenso gegen willkürliche Sternchenvergabe aus. Sein Ressort arbeitet aktuell an der Weiterentwicklung der Verfahren zur Qualitätssicherung an Schulen, wie es auf VN-Anfrage heißt. Im Regierungsprogramm ist von einem 360-Grad-Feedback die Rede, also einer verpflichtenden schulinternen Evaluierung an jedem Standort.

 „Feedback hat schulintern Veränderungen zu bewirken und nichts im Internet verloren", sagt  AHS-Landesschulsprecherin  Katja Spatzek. <span class="copyright">Privat</span>
„Feedback hat schulintern Veränderungen zu bewirken und nichts im Internet verloren", sagt AHS-Landesschulsprecherin Katja Spatzek. Privat

BMHS-Sprecherin Bayer erklärt, dass Schulen mit 360-Grad-Feedback die Feedbackkultur bereits ernst nehmen würden. „Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler können daraus lernen und das gegebene Feedback im Unterricht verwirklichen.“ Auch Eltern sollten ihre Sichtweisen preisgeben können. „Dadurch wird Transparenz gelebt“, sagt Bayer.

Feedback in jedem Fach

Ihre AHS-Kollegin Spatzek ist ebenso dafür, Eltern mit ins Boot zu holen, jedoch nicht so aktiv wie die Schülerinnen und Schüler selbst. “Persönlich bin ich davon überzeugt, dass ein Feedback in jedem Fach sinnvoll ist.“ Dadurch werde die Unterrichtsqualität wie auch die Beziehung zwischen den Klassen und Lehrpersonen gestärkt. Abfragen würde Spatzek die Lernmethoden, die Atmosphäre des Unterrichts und die zu erbringende Leistung. Auch sollen Wünsche und Lob geäußert werden können. Anonymität müsse gewährleistet sein.

 "Es gibt nur an wenigen Schulen ein konstruktives und fundiertes Feedbacksystem", sagt  BMHS-Schulsprecherin Laura Bayer.
"Es gibt nur an wenigen Schulen ein konstruktives und fundiertes Feedbacksystem", sagt BMHS-Schulsprecherin Laura Bayer.

Spatzek bedauert, dass noch nicht alle Schulen ein umfassendes Feedbacksystem anwenden. Veränderungen seien daher auch nur an einzelnen Standorten spürbar. Würde jede Lehrerin und jeder Lehrer ein kleines Zeugnis erhalten, könne dies der Unterrichtsqualität zuträglich sein.

BMHS-Schülervertreterin Bayer fordert ein flächendeckendes und verpflichtendes Feedback in kurzen Abständen, mindestens einmal pro Semester und Schulfach. „Wir Schülerinnen und Schüler sind die Zukunft unseres Landes. Deshalb verdienen wir einen konstruktiven und zielführenden Unterricht.“