Vaduz Eines gleich vorweg: Meldungen, dass im Fürstentum Liechtenstein Überlegungen gewälzt werden, die Grenzen zu schließen, werden von offizieller Seite nicht bestätigt. Jene mehr als 8000 Vorarlberger Arbeitnehmer, die täglich über die Grenze fahren und dort ihre Brötchen verdienen, müssen also nicht befürchten, plötzlich vor einem geschlossenen Grenzbalken zu stehen. „An eine solch drastische Maßnahme wird nicht gedacht, es handelt sich offenbar um Gerüchte“, heißt es bei Liechtensteins Gesundheitsminister Mario Pedrazzini in Vaduz. „Die Verantwortlichen in der Regierung und im Amt für Gesundheit bereiten sich seit Anfang 2020 intensiv auf eine internationale Ausbreitung des Coronavirus vor“, betont der Minister. Darüber hinaus sei das Amt für Gesundheit in engem Kontakt mit dem Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz und hat eine Webseite zum Virus eingerichtet, die regelmäßig aktualisiert wird, erklärt Pedrazzini.
Und wie läuft es bei den exportorientierten Firmen? „Kurzarbeit ist derzeit noch nicht spruchreif“, betont Brigitte Haas, Geschäftsführerin der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer, im VN-Gespräch. Dass die Firmen, darunter auch Konzerne wie Hilti, aufgrund der Engpässe in der Lieferkette Überlegungen anstellen, ist ihr bewusst. „Alle sind am Nachdenken, wie sie weitermachen, sollten sich die Lieferengpässe verschärfen.“ Ihrer Meinung nach geht es um kreative Lösungen. Diese reichen vom Abbau von Überstunden bis hin zu Angeboten an Mitarbeiter, unbezahlte Urlaube in Anspruch zu nehmen.