Andere Länder, andere Coronamaßnahmen: Das gilt über Ostern

Politik / 02.04.2021 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andere Länder, andere Coronamaßnahmen: Das gilt über Ostern
Im Großraum Paris gelten besonders strenge Bewegungseinschränkungen. AP

Von der Notbremse bis zum Zehn-Kilometer-Radius. Viele Staaten haben nachgeschärft.

Wien Europa kämpft mit der dritten Welle. Nach einem Weihnachtsfest mit vielen Beschränkungen verheißen die aktuellen Coronazahlen auch für Ostern nichts Gutes. In den meisten Ländern sind die Maßnahmen verschärft worden. Nicht alle Länder sind gleichermaßen betroffen. Die Sieben-Tages-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, ist höchst unterschiedlich.

Deutschland

Vergangene Woche verkündeten Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten eine Osterruhe – die aber kurze Zeit später wieder kassiert werden musste. Zu groß waren die Zweifel an der Umsetzbarkeit. Merkel entschuldigte sich persönlich. Derzeit gilt: Die Bundesländer müssen bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz über 100 Lockerungen zurücknehmen. Damit gehen sie allerdings unterschiedlich um. So gelten etwa in betroffenen bayerischen Landkreisen strengere Kontaktbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre. In Nordrhein-Westfalen sind die Regeln für private Treffen über das Osterwochenende etwas lockerer. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag am Donnerstag bei 134.

Schweiz und Liechtenstein

Seit Beginn der Pandemie setzt die Schweiz auf weniger Beschränkungen als viele ihrer Nachbarländer. Die Kantone können aber strengere Maßnahmen beschließen. Wegen eines befürchteten Besucheransturms sind in mehreren Tessiner Städten beispielsweise Masken auch im Freien Pflicht. Hotels und Skigebiete sind nicht geschlossen, auch Geschäfte, Museen und Zoos haben vielerorts geöffnet. Die Gastronomie bleibt zu. Das gilt auch für Liechtenstein. Mittlerweile durften im Fürstentum aber Kultur-, Freizeit und Sporteinrichtungen wieder aufsperren. Hotels und Geschäfte sind geöffnet. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt in der Schweiz bei knapp 150, in Liechtenstein bei 89.

Frankreich

„Wir werden die Kontrolle verlieren, wenn wir jetzt nichts tun“, warnte der französische Präsident Emmanuel Macron vor Kurzem. Bestimmte Lockdown-Maßnahmen werden nun einen Monat lang auf das gesamte Land ausgeweitet. Ab Samstag müssen alle nichtlebensnotwendigen Läden geschlossen bleiben, dazu kommen strenge Bewegungseinschränkungen in besonders betroffenen Gebieten wie dem Großraum Paris. Dort darf man sich nur zehn Kilometer vom Wohnort entfernen und die Region nicht ohne triftigen Grund verlassen. Landesweit gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Frankreich leidet stark unter der aktuellen Coronawelle. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist auf 390 geklettert.

Italien

In Italien gelten ab Ostern viele Verbote. Von 3. bis 6. April wird das ganze Land zur “roten Zone” mit strengen Restriktionen und einem Teil-Lockdown. Die Menschen dürfen ihre Wohngemeinde nicht verlassen, um Angehörige in anderen Orten oder Regionen zu besuchen. Damit sie über die Osterfeiertage keinen Urlaub im Ausland machen, hat die Regierung eine fünftägige Quarantäne bei der Einreise aus EU-Ländern verhängt. Ein nächtliches Ausgangsverbot gilt bereits. Viele Beschränkungen werden bis Ende April verlängert. Italien arbeitet mit einem Ampelsystem. Je nach Corona-Lage gibt es rote, orange gelbe und weiße Regionen, in denen unterschiedliche Regeln gelten. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 238.