G7 einigen sich auf weltweite Mindeststeuer

Politik / 06.06.2021 • 22:25 Uhr
Im britischen Cornwall fand an diesem Wochenede das Treffen der sieben größten Industrienationen statt. Reuters
Im britischen Cornwall fand an diesem Wochenede das Treffen der sieben größten Industrienationen statt. Reuters

Digitalkonzerne sollen mindestens 15 Prozent Steuern zahlen.

London Große Digitalkonzerne wie Apple und Google sollen nach dem Willen der führenden Industrienationen künftig weltweit mindestens 15 Prozent Steuern zahlen. Nach jahrelangen Verhandlungen einigten sich die Finanzminister der G7-Staaten in London auf eine globale Steuerreform. Neben der Mindeststeuer soll auch dafür gesorgt werden, dass Großkonzerne dort Steuern zahlen, wo sie ihre Umsätze machen. Der Durchbruch gilt als wichtige Grundlage für eine weitere Einigung der G20-Staaten.

Ziel ist es, die multinationalen Konzerne stärker zur Kasse zu bitten. Bisher werden Unternehmenssteuern nur am Firmensitz fällig, aber nicht in den Ländern, wo die Konzerne aktiv sind, was bei den Digitalunternehmen oft der Fall ist. Das führte dazu, dass viele Unternehmen ihren Firmensitz in Länder mit niedrigeren Steuern verlagerten. Zukünftig sollen Konzerne mit einer Gewinnmarge von mehr als zehn Prozent künftig auch dort steuerpflichtig werden, wo sie ihre Umsätze machen. Die über diese Marge hinausgehenden Gewinne sollen zu 20 Prozent in den jeweiligen Ländern versteuert werden.

Neben Großbritannien, Frankreich, den USA und Deutschland sind auch Italien, Japan und Kanada Mitglieder der G7, wie sich die Gruppe sieben führender demokratischer Wirtschaftsmächte nennt. Möglich geworden ist die Einigung auf der Ebene der G7 auch auf Drängen der neuen US-Regierung, die zuvor sogar eine Mindeststeuer von 21 Prozent vorgeschlagen hatte, später dann 15 Prozent. In den vergangenen Jahren hatte es bereits mehrfach – auch auf EU-Ebene – Anläufe für eine internationale Digitalsteuer gegeben, die allerdings nie zum Durchbruch kamen.