Krise in Kasachstan

Politik / 05.01.2022 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Almaty und anderen Städten des zentralasiatischen Landes gingen Menschen auf die Straße. AFP
In Almaty und anderen Städten des zentralasiatischen Landes gingen Menschen auf die Straße. AFP

Gewaltsame Proteste gegen hohe Gaspreise. Militär auf der Straße.

nur-sultan Gewaltsame Proteste gegen hohe Gaspreise an den Tankstellen haben Kasachstan in eine tiefe Krise gestürzt. Am Mittwoch trat die Regierung zurück. In mehreren Landesteilen der autoritär geführten Republik wurde der Ausnahmezustand verhängt. In Almaty kam es zu heftigen Krawallen. Die Rede war von Toten und Hunderten Verletzten. Die Lage war zunächst unübersichtlich.

Militäreinsätze

In der Wirtschaftsmetropole Almaty im Südosten des Landes herrschte Chaos. Die Nachrichtenagentur Tengrinews veröffentlichte Videos, die Flammen am Sitz der Verwaltung zeigten. Es brannte zudem in der Residenz von Präsident Kassym-Jomart Tokajew. Dieser versprach in einer TV-Ansprache zwar Reformen – aber auch die militärische Niederschlagung der Proteste. Fallschirmjäger sollen sich in Almaty Gefechte geliefert haben, der Flughafen sei von der Besetzung durch Demonstranten “befreit” worden. Das von Russland geführte Militärbündnis Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit hat Tokajew um Hilfe angerufen.

Bereits in der Nacht zuvor hatte es heftige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben. Den Behörden zufolge wurden 190 Menschen verletzt, darunter 137 Polizisten. 40 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden. Auch in anderen Städten gingen die Menschen auf die Straße. Landesweit gab es bis Mittwochfrüh dem Innenministerium zufolge 200 Festnahmen.

Die Ex-Sowjetrepublik mit mehr als 18 Millionen Einwohnern grenzt an Russland, China und ans Kaspische Meer. Auslöser der Unruhen waren deutlich gestiegene Preise für Flüssiggas an den Tankstellen. Die Regierung hatte dies zunächst mit einer gestiegenen Nachfrage begründet. Seit Jahresbeginn wird der Gashandel komplett über die Energiebörse abgewickelt. Als Konsequenz aus den Unruhen ordnete Präsident Tokajew Preissenkungen an. Viele Demonstranten gaben sich damit nicht zufrieden. Regierungschef Askar Mamin übergab die Amtsgeschäfte an seinen Statthalter Älichan Smajylow. Damit trete auch die Regierung zurück, teilte das Präsidialbüro mit.

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