Schüsse auf Soldaten

Politik / 17.01.2022 • 22:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Schlepper konnte bei kleiner Grenze im Südburgenland flüchten.

Wien, Eberau, Budapest Beim Versuch, ein mutmaßliches Schlepperfahrzeug anzuhalten, sind Montagfrüh bei einem kleinen Grenzübergang im Südburgenland Schüsse gefallen. Soldaten wollten den Kastenwagen mit ungarischem Kennzeichen beim Grenzübergang Bildein (Bezirk Güssing) kontrollieren, der Fahrer stieg jedoch aufs Gas. Der Wagen wurde auf einem Feldweg in Richtung Bildein verfolgt, als er von der Straße abkam.

Ein Verdächtiger lief Richtung Ungarn davon und schoss von ungarischem Staatsgebiet aus zwei Mal auf die Bundesheerangehörigen. Sie blieben unverletzt, ebenso die zwölf Flüchtlinge, allesamt Männer aus Afghanistan, wie Polizeisprecher Helmut Marban gegenüber der APA erklärte. Die Flüchtlinge suchten um Asyl an.

Die Fahndung nach dem Moldawier (26) läuft. Ein zweiter mutmaßlicher Schlepper (22) aus Moldawien wurde festgenommen.

“Dieser heutige Vorfall verdeutlicht, dass die Maßnahmen der Schlepper und die damit verbundene Kriminalität neue Dimensionen erreicht haben. Ich bin froh, dass die eingesetzten Soldaten beim Schusswechsel unverletzt geblieben sind”, sagte Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP). Auch Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sprach in einem Statement von einem “dramatischen Vorfall”, dieser zeige einmal mehr die Notwendigkeit des Außengrenzschutzes.

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) forderte angesichts der “menschenverachtenden” Schlepperkriminalität neue politische Lösungen. “Die Auslagerung von Asylverfahren in Verfahrenszentren außerhalb Europas würde dem ‘Geschäftsmodell’ dieser hochlukrativen Kriminalität den Boden entziehen.”

Die Freiheitlichen sahen einen “deutlichen Warnschuss” für die schwarz-grüne Bundesregierung, denn diese sei “nicht fähig, unser Land vor illegaler Migration zu schützen”, kritisierte Wehrsprecher Reinhard Bösch.

„Die Maßnahmen der Schlepper und deren Kriminalität haben neue Dimensionen erreicht.“

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