Heliskiing am Arlberg bleibt ein Zankapfel

Politik / 18.01.2022 • 17:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Heliskiing am Arlberg bleibt ein Zankapfel
Heliskiing für Tiefschneefans soll am Arlberg weiterhin erlaubt werden. Heli darf zwei Berggipfel anfliegen. VN

Land will Genehmigung für Heliskiing am Arlberg verlängern. Das bundesweit einzigartige Angebot und die geplante Verlängerung werden von Naturschützern heftig bekämpft.

Bregenz, Lech Tiefschneefans und Wintersportler, die ein besonderes Abenteuer suchen, sind freilich erfreut darüber:

Das Unternehmen Wucher hat beim Land um Verlängerung der Genehmigung für Helikopterflüge angesucht, offenbar wiederum für die Dauer von fünf Jahren. Die Genehmigung lief nämlich bereits am 31. Mai des Vorjahres ab. Konkret geht es dabei um zwei Landeplätze oberhalb von Lech.  Der Helikopter dafür ist im Hangar zwischen Lech und Zürs untergebracht und holt die Tiefschneefans beim Flexenpass oder im Bereich des Kriegerhorns in Oberlech ab. Angeflogen werden dürfen lediglich die Berggipfel „Mehlsack“ und „Schneetäli“.

Rund 250 Helikopterflüge pro Wintersaison

Durchschnittlich werden pro Saison rund 250 Flüge durchgeführt. Nun geht es darum, ob die Landesregierung die Genehmigung verlängert. Dass die Landesräte der Grünen, Katharina Wiesflecker und Johannes Rauch, wohl eher nicht dafür sein dürften, liegt für viele auf der Hand. Die beiden sind allerdings in der von der VP dominierten Landesregierung in der Minderheit. Jetzt schlagen zehn Natur- und Umweltschutzorganisationen in einem offenen Brief ans Land Alarm und sprechen sich strikt gegen die Verlängerung aus.

Heliskiing als Alleinstellungsmerkmal in Sachen touristisches Angebot am Arlberg sorgt weiter für Debatten.<span class="copyright"> VN</span><p class="caption">
Heliskiing als Alleinstellungsmerkmal in Sachen touristisches Angebot am Arlberg sorgt weiter für Debatten. VN

“Aus unserer Sicht sind solche Flüge extrem problematisch. Aspekte des Klimaschutzes wurden dabei bisher gar nicht berücksichtigt. Das Bewusstsein für die Bedeutung dieses Themas und für die Dringlichkeit konsequenter Maßnahmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen”, sagt Naturschutzanwältin Katharina Lins im Gespräch mit den VN. Lins verweist auf das Regierungsprogramm: “Dort heißt es, dass Vorarlberg Vorbild für andere Regionen sein und eine Spitzenposition einnehmen will. Wenn nun in Vorarlberg als einzigem Bundesland touristische Hubschrauberflüge genehmigt werden, obwohl der Flugverkehr die klimaschädlichste Form der Mobilität darstellt, hätte dies sicherlich eine Vorbildwirkung in die gegenteilige Richtung.” Mit dem Image Vorarlbergs als umweltfreundliches Urlaubsland seien solche Angebote für eine kleine Minderheit nicht vereinbar. “Das Argument, dass die Genehmigung der Flüge aus Gründen der Sicherheit im öffentlichen Interesse liege, weil dadurch die Ortskenntnis der Piloten verbessert werde, kann nicht überzeugen. Durch die hohe Lärmbelastung werden sonst kaum erschlossene Landschaftsräume erheblich gestört. Gerade weil im intensiv genutzten kleinen Vorarlberg die ruhigen Räume immer kleiner werden, brauchen diese wirksamen Schutz.”

<p class="caption"><span class="copyright"><span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"></span></span></p>Naturschutzanwältin Katharina Lins fordert vom Land ein striktes Nein zur Verlängerung von Heliskiing am Arlberg. <span class="copyright">VN</span>

Naturschutzanwältin Katharina Lins fordert vom Land ein striktes Nein zur Verlängerung von Heliskiing am Arlberg. VN